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einförmigen Lebens und die Freundſchaft der holden Julie ein großer Troſt in ihrem Kummer. Aber ſie zitterte für das Schickſal ihrer Freundin, denn ſie merkte wohl, wie dieſe ihr Herz immer feſter an den jungen Manne hing. Und etwas Gutes ahnte ſie von dieſer Liebe nicht; ſie kannte den Stolz ihrer Tante zu gut, um zu glauben, daß ſie je ihre einzige Tochter einem armen Offizier geben würde, der faſt lediglich von den Unterſtützungen Anderer lebte. Denn der Chef ſei⸗ nes Regiments bezahlte ja ſeine Badereiſe— wie die Hof⸗ gerichtsräthin an Emma geſchrieben hatte— und die Hofge⸗ richtsräthin hatte ihm während der ganzen Reiſe freien Tiſch angeboten.
Als Emma Juliens Brief beantwortete, wollte ſie ihre Freundin warnen, ſich nicht zu ſehr mit P** zu beſchäftigen, weil derſekbe nie ihr Gatte werden könnte. Allein ſie unterließ es, weil ſie wohl wußte, daß ſie dadurch Juliens Freude ver⸗ giften würde; und es kam ihr grauſam vor, von Juliens Augen die Binde zu reißen, welche ſie ſo glücklich machte.
„Arme Julie,“— ſeufzte ſie—„Dir droht daſſelbe un⸗ glückliche Schickſal, das mich getroffen hat. Auch über Dei⸗ nem Haupte hängt ein bloßes Schwert, das in jedem Augen⸗ blick auf Dich herabzuſtürzen droht. Doch ich will nicht die Erſte ſein, die Dich aus Deinem ſüßen Irrthume reißt.“
Ein Brief Julie's machte Emma ganz beſondere Freude; Julie ſchrieb nämlich:
„Ich habe vergeſſen, Dir mitzutheilen, daß der Lieute⸗ „nant von Pe’ ein ſehr vertrauter Freund des jungen „Grafen Hir auf Ber' iſt. P'* ſpricht mit einer Art „Entzücken von dieſem Grafen, wie von dem ſchönſten, lie⸗ „benswürdigſten, tugendhafteſten und edelmüthigſten jungen „Manne. Pe' iſt arm und ſchämt ſich nicht, dieß zu be⸗
„kennen; allein er verſichert, daß er jetzt keine Sorgen mehr „in dieſer Beziehung zu haben brauche, ſeitdem ihn die


