Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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nen Tanz, und eben ſo oft war auch Graf Eduard wieder an Emma's Seite. Fridolf's Blicke, die beſtändig auf ſie ge⸗ richtet waren, zeigten ſich bei dieſer Wahrnehmung nichts we⸗ niger als ruhig und auch Wilhelm beobachtete ſie fortwährend durch die Lorgnette. 3

Allein Fräulein Louiſe konnte den ſchmerzlichen Anblick von Eduards Aufmerkſamkeit für das ſchöne Tyrolermädchen nicht lange ertragen. Sie klagte über unerträgliche Hitze und be⸗ gab ſich in die Geſellſchaftssimmer, von einigen Damen—

darunter auch die beiden Fräulein von Bes— und ihrem Cavalier, dem Baron Kus, der nicht von ihrer Seite wich, begleitet.

Bald kamen auch die Uebrigen nach, denn die Gräfin hatte einen Boten nach ihnen geſchickt. In dem Salon, in welchem ſie nun verſammelt waren, wurden eine Menge Er⸗ friſchungen und Leckereien aller Art ſervirt, während auch dem Volk, das im Gerichtsſaale fortfuhr zu tanzen, nichts von Al⸗ lem fehlte, was dieſer Menſchenklaſſe für wohlſchmeckend gilt, mit Ausnahme des Brannteweins, der zum Johannisfeſt nie gereicht wurde.

Nach einiger Zeit trat ein Bedienter in den Salon und brachte eine Laute, welche Emma beim erſten Blicke mit wah⸗ rem Schreck für die ihrige erkannte.—„Nun, meine liebe Manſell Hilbert“— ſprach gleichzeitig der alte Graf—„nun erbitten wir uns das Vergnügen, Sie ſingen und ſpielen zu hören. Ich bin Aller Bevollmächtigter und ſpreche im Namen Aller.“— Emma's Wangen brannten; mit niedergeſchlagenen Augen nahm ſie das Inſtrument und bat, daß man ſie bei ſo zahlreicher Geſellſchaft verſchonen möchte, einen Verſuch zu machen, der jedenfalls mißglücken würde.—„Ich ſpiele wohl bisweilen meinen Eltern etwas vor⸗— fügte ſie hinzu—„aber mein Talent iſt allzuſchwach, als daß ich ſo dreiſt ſein könnte, mich vor einer Geſellſchaft hören zu laſſen, unter der ſich ſo

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