Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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kehren. Auf einem Raſenplatz dicht am Schloſſe ſollte nun der Maibaum aufgerichtet und das eigentliche Volksfeſt gefeiert werden.

Jeder der Herren bot einer Dame den Arm, die gerin⸗ geren Leute folgten dieſem Beiſpiel und führten die Weiber ihres Standes; ſo zog die lange Schaar paarweiſe aus dem Pappelwäldchen. Eduard war unſchlüſſig, ob er wagen dürfte, Emma ſeinen Arm anzubieten; er ſah ſich nach Fräulein Louiſe um und bemerkte, daß dieſelbe bereits den Arm des

Baron Ker angenommen hatte. Dreiſt ſuchte er nun die

ſchöne Tyrolerin auf, aber Wilhelm Rosman war ihm bereits zuvorgekommen. Fridolf, der Emma und ſeinen vermeinten Nebenbuhler nicht aus den Augen ließ, biß ſich vor Verdruß in die Lippen. Nachläſſig bot er der kleinen Eveline ſeinen Arm und wußte es ſo einzurichten, daß er mit ihr dicht hin⸗ ter Emma und Wilhelm ging, um zu hören, was ſie mit ein⸗ ander ſprachen. Eduard war verſtimmt aber nicht eiferſüchtig. Er bot der erſten beſten Dame ſeinen Arm und machte dadurch die dicke Gattin des Kronvoigts Asnander glücklich, die ſich nicht wenig geſchmeichelt fühlte und nach allen Richtungen hin ſah, ob auch ihre Bekannten die Ehre bemerkten, die ihr wi⸗ derfuhr.

Auf einem Raſenplatze unweit des Schloſſes, auf der dem Schloßhof entgegengeſetzten Seite, hielt der Zug an. Dort

lag ein unförmlicher Maibaum, ein Rieſe in ſeiner Art, mit einer unendlichen Menge von Blumen, Bändern, vergoldeten

und buntbemalten Eiern, Zeugſtücken, Papier, Binſen, Federn und allerhand glänzenden Stoffen geſchmückt. Dieſer Anblick erfreute ganz beſonders die arbeitende Klaſſe, die ſich unter Ausrufungen des Beifalls und Erſtaunens um den Baum drängte. Allein der letztere war noch nicht aufgerichtet, ſon⸗ dern lag auf dem Raſenplatze, bis die Feierlichkeit der Auf⸗ richtung erfolgen würde. Normans Niſſe, der bucklige Spiel⸗

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