Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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nige ſtanden noch da, und noch hatte Eduards ungeduldig ſuchender Blick Emma nicht entdeckt. Sie hatte ſich hinter eine Gruppe von Mädchen verſteckt, kam aber doch endlich in ihrer Tyrolertracht hervor und ſprach zu Eduard einige Worte, in denen ſie ihm Glück zu dem frohen Tag wünſchte. Eduards heftige Gemüthsbewegung bei Emma's Anblick würde gewiß Aufmerkſamkeit erregt haben, wenn nicht in die⸗ ſem Augenblick Aller Augen auf die ſchöne Emma gerichtet geweſen wären, die auch in dieſer anſpruchsloſen Tracht Alle, außer Fräulein Louiſe Ren, durch ihre Schönheit entzückte. Diejenigen, welche ſie früher noch nicht geſehen hatten, fragten einander flüſternd, wer das ſchöne Mädchen ſei. „Aber mein Gott, Bruder, wer iſt denn dieſes engelgleiche

Weſen?“— fragte der Baron Fes, ein benachbarter Ritter⸗ gutsbeſitzer, den alten Grafen. „Die Tochter meines Inſpectors— erwiederte dieſer.

„Iſt das möglich?“— verſetzte der Baron—„ich hielt ſie für eine vornehme Dame, denn ſie hat in ihrem ganzen Aeußern ein je ne sais quoi, welches nur Perſonen von Stand auszeichnet⸗———

„Ja, aber man kann ſich gleichwohl irren“ unterbrach ihn der Graf lächelnd.

Emma hatte die wenigen Worte, welche ſie zu ſprechen hatte, ſchon längſt geſprochen und ſich wieder hinter die Uebri⸗ gen verborgen, und noch hörte man nur ſie, ſah nur ſie und ließ deshalb die Uebrigen, welche ihre Rolle noch zu ſpielen hatten, ziemlich unbeachtet. Unter den Letzteren war auch Fridolf, der als Mönch maskirt war und dieſe Tracht in völ⸗ liger Uebereinſtimmung mit ſeiner düſtern Laune für den heu⸗ tigen Tag gewählt hatte. Er ſprach einige lateiniſche Worte, verbeugte ſich und zog ſich zurück.

Die Glückwünſchungen hatten nun ihr Ende erreicht und die Gräfin ſchlug der Geſellſchaft vor, in's Schloß zurückzu⸗