Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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in die Flammen, welches einen köſtlichen Geruch in dem mit ſchönen Blumenfeſtons behangenen Tempel verbreitete. Der Eindruck, den die beiden Damen zu machen beabſichtigten, wurde jedoch völlig verfehlt; denn mit ihre ſchneeweißen Kleidern und weißen Roſenkränzen im Haar, womit ſie Göttinnen zu gleichen gedachten, glichen ſie eher zwei aus Charons Nachen entflohenen und auf die Erde zurückgekehrten Schatten, ganz

ſo, wie ſich die Griechen und Römer ihre Manen dachten.

Eduard war begierig, zu wiſſen, wo ſich die übrigen jun⸗ gen Leute des Orts und der Nachbarſchaft befanden; er befand ſich daher auf ſeinem Thron nicht lange ruhig, ſondern ſtand bald auf und trat auf die Tempeltreppe hinaus; Alle folgten ihm. Von da ging Eduard auf den Grasplatz hinab. Da ſtürzten plötzlich aus allen Gebüſchen, wie von Oberon's Horn herbeigezaubert, eine Menge bunte Geſtalten hervor, deren ei⸗ nige ihn mit Beeren, Blumen und Früchten beſchenkten, wäh⸗ rend ihn andere unter lächerlichen Capriolen und Fratzen um⸗ ringten. Der geſchäftige Hofjunker von Putzen(Wilhelm Rosman) und ein Jude(der Hauslehrer auf Olofsberg) ergötz⸗ ten Eduard am meiſten. Nach ihnen trat der Magiſter O als Aſtrolog hervor und verkündete aus den Sternen— ob⸗ gleich kein Stern am Himmel ſichtbar war— des Grafen künftiges Schickſal. Als er damit zu Ende war, kam Emillie Rosman als Wahrſagerin herbei; ſie war ſo gut verkleidet, daß es völlig unmöglich war, unter dieſer krummrückigen, zahnloſen, grauh haarigen, häß lichen Alten eine blühende Schön⸗ heit zu ahnen. Sie hielt in der Hand eine leere Kaffeetaſſe, aus deren Bodenſatz ſie mehrere Ereigniſſe prophezeihte, welche den jungen Grafen früher oder ſpäter treffen ſollten. Un dies that ſie mit einer ſolchen Naivetät, daß alle Umſtehenden dadurch ergötzt wurden.

Die meiſten Masken hatten nun ihre angenommenen Rol⸗ len ausgeſpielt und ſich dann wieder zurückgezogen; nur We⸗