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gen war, auf Niemandes Gunſt oder Ergebenheit rechnen. Deſto beliebter war Eduard, der durch ſeine Liebenswürdigkeit Aller Herzen gewann. Mit Freude bereiteten ſich Alle, ihm an ſeinem Namenstage aufrichtige Zeichen von Liebe und Ach⸗
tung zu geben, vorzüglich da er in dieſem Jahre das erſte Johannisfeſt in Bas mitfeierte.
Punkt fünf Uhr Nachmittags ſah man zahlreiche Volkshau⸗ fen in feſtlichen Kleidern zum Schloſſe ſtrömen, woſelbſt ſich die Gäſte der geringeren Klaſſe ſammelten und mit Kaffee be⸗ wirthet wurden, während ſich die höheren Stände im großen Salon verſammelten. Denn die Standesgleichheit trat erſt mit dem Anfang des Feſtes ein. Die maskirten jungen Leute be⸗ gaben ſich auf einem andern Wege nach dem Pappelwäldchen und ſammelten ſich in den Boskets hinter dem Tempel, ſo daß Eduard nichts davon gewahrte. Er wunderte ſich, daß eer im Salon nur bejahrte Leute ſah, und konnte nicht be⸗ greifen, wo die ſämmtlichen jungen Leute waren. Auch Fräu⸗ lein Louiſe, der Baron Kr und deſſen Schweſter fehlten.
Als Alle verſammelt waren, traten der Graf und die Gräfin mit ihrem Sohn und allen Gäſten auf den Schloßhof hinaus unter das verſammelte Volk. Mit lebhaftem Hurrah⸗ geſchrei wurden ſie von dem fröhlichen Haufen bewillkommt; namentlich wurde der junge Graf, der Held und Liebling des Tages, umringt. Sie hoben ihn auf ihren Armen hoch em⸗
por und tranken auf ſein Wohl, denn der alte Graf hatte dafür geſorgt, daß Jeder aus dem Volk zu dieſem Skäͤlr) ſein Glas Punſch bekam. Ihre Glück⸗ und Segenswünſche waren
ſo innig und herzlich, daß Eduard gerührt wurde. Er nahm dann ebenfalls ein Glas Punſch und trank auf das Wohl des ganzen verſammelten Volkes.
Hiierauf ſetzte ſich die ganze Schaar in Bewegung nach
*) Skäl eigentlich eine Schaale, metaphoriſch aber ein Toaſt, der ausgebracht
und mit dem Worte Skäl(gleich dem Worte„Vivat“ oder„Hoch““) begleitet wird.
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