Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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Unterdeſſen wurde im gräflichen Schloſſe Alles zu den be⸗ vorſtehenden Feſten vorbereitet. Alle Edelleute und Standes⸗ perſonen der Gegend waren zur Theilnahme eingeladen. Die Gräfin hatte zur Aufnahme derſelben einen kleinen, geſchmack⸗ vollen und prächtigen Tempel in einem Pappelwäldchen nicht weit vom Schloſſe erbauen laſſen.

Eduard war außer ſich vor Freude über die beiden lang⸗ erſehnten Glückstage, an denen er die Geſellſchaft ſeiner theu⸗ ren Emma genießen ſollte. Fräulein Julie⸗Louiſe freute ſich ebenfalls nicht wenig, den beiden Landfeſten beiwohnen zu kön⸗ nen; dagegen kümmerte ſich ihr Bruder, der Baron Ker, nicht ſonderlich um dieſe beiden Feſttage. Deſto mehr kümmerte er ſich aber um Fräulein Louiſe und erwartete mit Ungeduld das langerſehnte Ja aus ihrem Munde, das ſeine treue Liebe be⸗ lohnen ſollte. Louiſe freute ſich am wenigſten unter Allen, denn ſie liebte ſolche Vergnügungen nicht, bei welchen Leute aus allen Volksklaſſen zuſammen waren, denen ſie eine oder

die andere Artigkeit erzeigen mußte. Außerdem fürchtete ſie, daß Eduard, der ſeit einigen Tagen aufmerkſamer und freund⸗ licher als gewöhnlich gegen ſie geweſen war, durch die Blicke der ſchönen Inſpectorstochter wieder zum Abfall verleitet wer⸗ den möchte.