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mich doch nicht hierherſtellen und anziehen, während Dein Bruder jeden Augenblick zurückkommen kann.“—
„Nun ſo zieh es gleich über Deine Kleider an. So— ei ſieh— das iſt ja recht nett. Laß mich doch auch einmal ſehen, ob es mir paßt; ich glaube gewiß, denn wir ſind von gleichem Wuchs.— Nein, ſo geht es nicht; ich bin breiter in den Achſeln und Du biſt breiter an der Bruſt. Im Uebrigen — glaube ich— ſind wir Beide geſchaffen, um vertraute Freundinnen zu werden, denn wir ſind gleich groß, gleich alt, obwohl ich ein Jahr älter bin, ſo biſt Du dagegen um ein Jahr klüger; wir haben auch gleiche Namen, denn Emma und Emilie ſind faſt eins und daſſelbe.— Aber was haſt Du für einen weißen Hals, er iſt gewiß weißer als der meinige, obwohl ich den weißeſten Hals unter allen Mädchen unſeres Hauſes habe. Komm hierher an den Spiegel, wir wollen einmal vergleichen,— ah— Gott weiß es, ich glaube, beide ſind gleich.— O Gott, wie lieb habe ich Dich, wenn Du mich nur eben ſo lieb hätteſt!“
Emma umfaßte das liebe Mädchen und verſicherte, daß ſie Emilien ſehr, ſehr lieb hätte.
Die beiden blühenden Schönheiten ſtanden jetzt dem Spiegel gegenüber und küßten ſich wie zwei Turteltauben, als Wilhelm ins Zimmer trat und auf den Armen und in den Händen alle Attribute einer alten Frau des vorigen Jahrhunderts trug. Die Mädchen wurden ihn nicht ſogleich gewahr, weil er ſich leiſe durch die Thür geſchlichen hatte; er konnte ſie daher ei⸗ nige Augenblicke unbemerkt mit Vergnügen betrachten.—„Gilt dieſes Spiel auch mir mit?“— fragte er nach einer Weile —„ſo laßt mich auch Theil daran nehmen.“— Die Mäd⸗ chen ſahen verdrüßlich aus, als ſie ſich ſo überfallen fanden, denn ſie wußten nicht, ob Wilhelm ſchon länger im Zimmer war und ihr kindiſches Geſchwätz mit angehört hatte. Aber Emilie, die ſogleich die Maskenkleider auf ſeinem Arm gewahrte,


