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—„der Papa muß mir verzeihen, eher gehe ich nicht von der Stelle. Ich bin ja Papa's gute unſchuldige Emilie, die nie etwas Unrechtes gethan oder gedacht hat und ihren guten Va⸗ ter nie abſichtlich erzürnen will. Ich verdiene keine Strafe für mein Vertrauen zu dem Papa, ich hätte ja Alles verſchwei⸗ gen können— aber das will ich nicht, denn ich habe noch nie einen Gedanken gehegt, den ich nicht einem ſo guten Vater offenbaren konnte und mußte. Und Papa ſelbſt hält ja ſo viel vom Magiſter A⸗, warum ſoll ich denn nicht auch finden, daß er liebenswürdig iſt?— Lieber Papa, ſei nicht böſe auf mich und noch weniger auf ihn, denn er iſt ohne Schuld. Es iſt ja ſehr verzeihlich, daß ich ihm gefalle, denn ich bin immer heiter und munter und auch nicht häßlich, das weiß ich. Und iſt es nicht lobenswerth, daß er mir ſeine Liebe verbirgt, ſo lange er noch keine Hausfrau verſorgen kann? Es iſt doch nicht ſein Fehler, daß ich in ſeinen Augen leſe, aber— zeige mir einen jungen Mann, der an einem Mädchen Gefallen fin⸗ det und es nicht mit einem Worte verräth. Wegen dieſer Zu⸗ rückhaltung ſollte ihn der Papa eher hochachten und ſchätzen. So denke ich, und wenn ich verkehrt denke, ſo vergiebſt Du mir gewiß, Papa. Vergieb den Irrthum der Jugend; Papa ſelbſt iſt ja auch jung geweſen, und Papa ſelbſt ſagt ja immer, daß Jugend und Weisheit nie beiſammen ſind.“— Da um⸗ armte mich der Papa, küßte mich auf die Stirn und verſicherte, daß er weder auf mich, noch auf den Magiſter böſe ſei.— —„Fahre fort, mein theures Kind“— fuhr'er dann fort— „ſtets Vertrauen zu Deinen Eltern zu hegen, denn Niemand auf Erden, als ſie, kann zärtlicher an Deinem Wohl oder Wehe Theil nehmen; doch“— fügte er hinzu—„muß mir meine liebe Emilie verſprechen, ſich die albernen Liebesgrillen aus dem Sinn zu ſchlagen.“—„Ich dachte, dieſe Grillen wären nichts weniger als dumm, aber dennoch verſprach ich dem Papa, mir dieſelben aus dem Sinn zu ſchlagen, obgleich mein Herz


