2—,
2——,—
9
in ſie iſt. Das will ich ihm doch ſagen, ſobald ich ihn treffe.“ —„Nein, um Gotteswillen nicht, lieber Papa!“ rief ich und fiel ihm um den Hals—„ſage ihm ja kein Wort davon, denn er weiß ja nicht das Geringſte; ich betheure bei Allem, was mir heilig iſt, daß er mir nie ein Wort über dieſen Ge⸗ genſtand geſagt hat.”“—„Dann biſt Du es alſo, die um ihn freit?— ſagte der Papa.—„Das iſt hübſch.“— „Nein, Papa, das habe ich nicht nöthig, ich weiß ſchon, daß er mich liebt und daß er kein größeres Glück wünſcht, als mich zur Gattin zu haben— ſeine Augen haben mir das tauſend⸗ mal geſagt.“—„Er hat alſo ſprechende Augen“— fiel der Papa lachend ein—„nun, und die Deinigen?— Waren ſie ſtumm?— Oder wie?— Ich erröthete, das fühlte ich, denn mein ganzes Geſicht glühte und ich verbarg es an des Papa's Bruſt.—„Tauſend, das muß ich ſagen“— fuhr er nun in demſelben ſcherzenden Tone fort—„das Mädchen hat ſich auf die Studien gelegt. Erinnerſt Du Dich noch, als Du franzöſiſch lernen ſollteſt, wie langſam es ging; da hatteſt Du weder zum Leſen noch zum Sprechen einer fremden Sprache Luſt, und jetzt ſprichſt und lieſeſt Du ſogar die Augenſprache. Wer hat Dich das gelehrt, Mädchen?“—„Ich weiß es nicht, Papa,“— antwortete ich.—„Du weißt es nicht? Nun ſo will ich Dir ſagen, daß Du Dein Studium noch auf einige Jahre aufſchieben kannſt, denn Du biſt noch zu jung dazu.“ —„Zu jung, Papa, ich bin ja volle achtzehn Jahre.“— „Ei, das iſt kein Alter, wenn man noch ſo muthwillig und kindiſch iſt, wie Due— ſagte er.—„Aber das ſage ich Dir“— fuhr er in ernſtem Tone fort—„ich werde künftig ein wachſames Auge auf Dich und auf den Magiſter A⸗ ha⸗ ben, und bemerke ich nur die kleinſte Liebesintrigue zwiſchen Euch, ſo muß er ſofort aus dem Hauſe. Darnach richte Dich und verlaß mich jetzt.“—„Nein, jetzt nicht, da der Papa böſe iſt— rief ich weinend und hielt ihn beim Rock feſt


