Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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1 Tyroleranzug benutzen wolle, den ſie ſchon in Stockholm auf 1 einem Maskenball getragen hätte. Indem Emilie den Anzug t zu ſehen verlangte, machte ſie die Bemerkung, daß Emma ſehr niedergeſchlagen ſchien. Allein Emma verſicherte, daß ſie ſehr

heiter ſei und ſich durch den Gedanken an die beiden bevor⸗ 2 ſtehenden Feſttage und durch den gegenwärtigen Beſuch ihrer. 8— Freundin noch heiterer geſtimmt fühle. Emilie umarmte ſie e und rief:—„Herr Gott, wie lieb' ich Dich! Ach, wenn Du

unſern Wilhelm ſo lieb hätteſt, ſo würden wir gewiß Schwä⸗ 3 gerinnen. Aber ſieh, Du wirſt eine Gräfin werden.“—„Eine 8 Gräfin!“— rief Emma hocherröthend.—„Ja“— fuhr 3 Emilie fort—„das iſt gar nicht unmöglich, denn Alle kön⸗ n nen ja ſehen, wie verliebt Graf Eduard in Dich iſt.“—„Um r Gotteswillen, Emilie“— bat Emma mit glühenden Wangen 8—„rede nicht ſolche Sachen.“—„Nun, erſchrick nur nicht ſo m ſehr“— verſetzte Emilie.—„Es ſchadet ja nicht, wenn man

bei Hohen und Niedern beliebt iſt. Wer kann wiſſen, was geſchieht?— So viel weiß ich, daß ſich Graf Eduard nicht

um überall für die Braut des Grafen gilt.“—

Emma öffnete ihren Kleiderſchrank, und während ſie aus 6 den darin hängenden Kleidern, Röcken und Tüchern den Ty⸗ roleranzug nebſt Zubehör hervorſuchte, fuhr Emilie fort:— „Ja, ja, Einige werden vornehm in der Welt, allein ich für meine Perſon will nicht ſo hoch fliegen, ich will mit dem be⸗ ſchränkten Loos zufrieden ſein, Frau des Comminiſters*) hier am Hammerwerk zu werden.—„Was ſagſt Du?“— vief Emma, erfreut, daß ſich das Geſpräch von Eduard weggewen⸗ det hatte.—„Der hieſige Comminiſter iſt ja ſchon verheira⸗

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*) Commiaister in Schweden der zweite Prediger nach dem Paſtor an einer Kirche, d. i. Diakonus.