Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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Nicht wahr, Emma?— Du mußt es doch wiſſen, da Du ſo lange in Stockholm geweſen biſt?“— Emma erwiederte lä⸗ chelnd, daß ſie keineswegs über alle Familien in Stockholm Rechenſchaft geben könne; daß jedoch zwiſchen ihrem Onkel und ihrer Tante die vollkommenſte Harmonie herrſche und daß ſie in den Familien, mit welchen ſie Umgang gehabt, nie etwas Anderes, als Eintracht und Friede zwiſchen Gatte und Gattin gefunden habe.—„Ja, Eintracht und Frieden, das glaube ich wohl’— fiel Emilie ein—„weil die armen Hausfrauen den Männern Alles zu Gute halten müſſen, wenn Ruhe und Frieden herrſchen ſoll. Doch— gleich viel— ich gedenke mich nicht nach Stockholm zu verheirathen. Aber wie komme ich nur immer ſo ganz und gar von unſern Anzügen ab?— Ja, nun weißt Du wohl, daß nur noch die Anzüge für mich und Bruder Ferdinand fehlen. Dem Herrn Bruder haben wir den Anzug eines Türken zugedacht, und dazu paßt er auch, denn er regiert wie ein Türke, ſagte unſere alte Kindermagd

Greta oft von ihm. Aber mit mir erheben ſie tagtäglich ein

entſetzliches Halloh daheim und beſtürmen mich mit Fragen, wie ich mich koſtümiren werde, warum ich nicht an meinem Anzug nähe und warum ich ſo ruhig und gelaſſen bin, was ſonſt meine ſchwache Seite nicht iſt. Aber ich ſchweige und laſſe ſie ſchwatzen. Nun weiß ich aber, daß Deine Tante, Mamſell Oliveblad, alte Korſetts und Röcke, Aufſatzmützen, Schuhe mit hohen Hacken und dergleichen beſitzt; und um mir davon das zu einer Wahrſagerinmaske Paſſende zu borgen, des⸗ halb bin ich heute hergekommen. Glaubſt Du, daß ich ſie darum bitten darf?“—„Ich glaube kaume— erwiederte Emma—„denn meine Tante iſt ſonſt gut und gefällig, aber ſie verborgt nicht gern, und wer von ihr borgen will, iſt nicht willkommen; denn ſie iſt ungemein pünktlich und beſorgt um ihre Sachen.“—„Dann darf ich ſie alſo nicht bitten⸗— ſprach Emilie betrübt.—„Nun, ſo will ich ſie bitten,“—