Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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„Du weißt doch⸗— ſprach Emilie, indem ſie ſich ſetzte,

zu Emma:—„Du weißt doch, daß übermorgen Johannis⸗ vorabend iſt?“—„Warum ſollte ich dies nicht wiſſen?— „Biſt Du zur Gräfin Lungelndene„Ja wohl.*„Ge⸗ denkſt Du Dich zu maskiren?⸗„Ei ja.“— Nun, das

gedenken wir auch zu thun, denn der alte Broberg ſagte, als er bei uns im Hauſe war und uns einlud, daß es die Gräfin wünſche. Wie wirſt Du Dich denn kleiden?„Ich weiß es noch nicht beſtimmt“ erwiederte Emma.—„Ich mücht mich gern als Wahrſagerin koſtümiren, wenn ich nur ein paſſendes Coſtüm hätte“— verſetzte Emilie.—„Niemand von den Mäd⸗

chen daheim weiß, wie ich mich boſtümiren werde, während ich die Masken der Uebrigen an meinen fünf Ninnern herzählen kann. Hör' an! Guſtava geht als Dal Wneri; ihr Bräuti⸗ gam See, der heute Abend ankommt, als Dalbauer; Henriette als Fee, Clara als Nonne, Jenny als Schäferin, Friedrich a als Dorfſchneider, Magiſter Aut als Troubadour und Albert als udhe Dnentnades bchee, mein linoſter Bruden, als

Eveline ſoll als Türkin gekleidet Lenah wir nähen ihr ein allerliebſtes Coſtüm von dem blauen Tibetkleide der Mama mit Silberſpitzen und Bändern zuſammen; ſie ſieht ſo wunderhübſch in dieſem Anzug, daß man ſich ordentlich in ſie verlieben kann. Die beiden Magiſter daheim ſagen, Eveline würde eine voll⸗ kommene Schönheit, und daſſelbe ſagt auch Bruder Friedrich — aber ich glaube es nicht. Doch— das iſt Lapperei— ehe ſie ſechzehn oder ſiebzehn Jahre alt wird, bin ich zwanzig und etliche Jahre und dann werde ich wohl eine Frau ſein, ſo Gott will; mögen dann meine Schweſtern und alle Mädchen in der Nachbarſchaft ſo ſchön ſein, wie Venus ſelbſt— das ſoll mich nicht bekümmern.— Nun, wie weit war ich denn mit den Anzügen?— Ja, Du mußt wiſſen, daß Wilhelm, der wie ein ſchlauer Fuchs daſitzt, ſich eine Maske gewählt hat, 1*