tens alle umherwohnenden Standesperſonen, als der Rittmeiſter Bem, der Major Ve, der Director P'', der Bergwerksbeſitzer Eer und mehrere Andere, nebſt Frauen, Kindern, Informato⸗ ren, Gouvernanten, Geſellſchaftsmamſellen, fremden Studenten und dergleichen Anhang. Drittens eine Menge lediger Perſo⸗ nen, d. h. ohne Anhang und Schlepptau, wie Offiziere, Se⸗ kretaire, Landmeſſer, Künſtler, Schullehrer u. ſ. w.
Man kann ſich leicht vorſtellen, was ſich daraus für ein Gedränge, Gewimmel und Geräuſch entwickeln mußte. Um ſo viele junge Leute zu ergötzen, hatte der Pfarrer vier Muſiker von dem oſtgothiſchen Regiment beſtellt, die ſich auf Tanzmuſik wohl verſtanden, und ſchon im Voraus auf das herrliche Bier
in der Pfarre freuten. Während Emma mit der lebhaften
Phantaſie eines ſiebzehnjährigen Mädchens an die Annehmlich⸗ keiten dieſer beiden Feſttage dachte und nur den Wunſch hegte, daß ihre liebe Julie, mit welcher ſie faſt an jedem Poſttage Briefe wechſelte, daran Theil nehmen könnte, klopfte es ſo laut an ihre Stubenthür, daß ſie ganz erſchrocken ihre Scheere zu Boden fallen ließ; darauf hörte ſie vor der Thür ein lautes Gelächter. Sie ſprang auf, um zu öffnen— Emilie Ros⸗ man, von ihrem Bruder, dem Magiſter, begleitet, ſtand drau⸗ ßen. Während Emilie Emma umarmte, wollte ſich ihr Bruder unter artigen Verbeugungen deshalb, daß er mit ſeiner Schwe⸗ ſter gekommen war, entſchuldigen; aber Emilie ließ ihn nicht zum Sprechen kommen, ſondern rief ſogleich:—„Ja, liebe Emma, ich mußte Wilhelm mitgehen laſſen, ſonſt hätte ich nie wieder Gnade vor ſeinen Augen gefunden. Ich begegnete ihm in der Allee, als ich hierher ging; er fragte mich, wohin ich ginge, und als ich ihm antwortete:—„zu einem Mädchen“— da hätteſt Du ſehen ſollen, wie ſeine Augen durch die Brille funkelten.:——„Schäme Dich, daß Du ſo ſchwatzeſt,“— unterbrach Wilhelm ſeine Schweſter—„ich wußte ja, daß Du zu Manſell Hilbert gingſt.“
1———-—.S
———-——9 2
—


