Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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durch das Gerücht, daß Eduard die jüngſte Tochter des Pfar⸗ rers aus dem Waſſer gerettet hatte. Die Gräfin, welche mit den Uebrigen dieſe aufopfernde Handlung ihres Sohnes rühmte, dankte Gott, daß ſie in der vergangenen Nacht während Eduards Abweſenheit Nichts davon gewußt hatte, denn ſie würde ſonſt für ſein Leben oder ſeine Geſundheit gefürchtet haben, wäh⸗ rend ſie jetzt Eduard friſch und geſund vor ſich ſah und alſo keine Beſorgniß zu hegen brauchte.

Die Zeit für Emma's Anweſenheit im Pfarrhauſe war nun vorüber; es war bereits Montag und ſie mußte von der Rosman'ſchen Familie ſcheiden. Die kleine Alfonſine war nach ihrem kalten Bade nicht krank geworden und Emma küßte beim Abſchied mit zweifacher Zärtlichkeit dieſes ſchöne liebens⸗ würdige Kind, welches ihr faſt noch theurer, als früher gewor⸗ den war, ſeitdem Eduard es gerettet hatte. Mit innigem, obwohl geheimem Wohlbehagen hörte ſie Alle von dem Edel⸗ muth und der Menſchenfreundlichkeit des jungen Grafen ſpre⸗ chen; mit Rührung vernahm ſie, wie der Pfarrer, als er nach ſeiner Rückkehr die Gefahr und Rettung ſeines Kindes erfuhr, gerührt verſicherte, daß er an keinem Tage vergeſſen würde, den Grafen Eduard dankend in ſein Gebet einzuſchließen.

Als Emma nach Hauſe kam, wurde ſie von ihren Eltern freundlich empfangen; allein Tante Gertrud war bei völlig ſchlechter Laune und Fridolf benahm ſich noch kälter, als frü⸗ her. Emma fand daher ihr elterliches Haus faſt unerträg⸗ lich. Sie ſetzte ſich an den Webſtuhl, um mit Eifer an ihrem Gewebe zu arbeiten, welches ſie noch vor Johannis— das am Schluſſe der laufenden Woche fiel— fertig haben wollte. Allein ihre Arbeit wurde ſchlecht; das Weben ging ſehr übel, eine Menge Fäden gingen gleichzeitig auseinander, und kaum hatte ſie dieſelben in Ordnung gebracht, ſo zerriſſen wieder

—ere. Die Einſamkeit, das ſchlechte Gewebe, Tante Ger⸗

8- zruds ſchlechte Laune, die Sehnſucht nach dem heitern Leben in

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