machte ihm Vorwürfe über ſein langes Außenbleiben und über ſein plötzliches und heimliches Verſchwinden, indem er ihn zu⸗ gleich fragte, wo er geweſen ſei. In einiger Verlegenheit er⸗ zählte nun Eduard, daß er eine Waſſerparthie mit der Familie des Pfarrers gemacht habe; allein er erwähnte nichts von dem Unglücksfall der kleinen Alfonſine. Fräulein Louiſe ward bleich, wie eine Leiche, als ſie hörte, daß Eduard im Pfarrhauſe ge⸗ weſen war; denn ſie wußte, daß ſich Emma jetzt daſelbſt auf⸗ hielt. Sie war es, die zuerſt einen Boten in die Pfarre ge⸗ ſchickt hatte, weil ſie ahnte, daß Eduard dort ſei; allein ſie hatte ſich beruhigt, als der Bote mit der Antwort zurückkam, daß Eduard nicht in der Pfarre geſehen worden. Als ſie aber jetzt vernahm, daß er dennoch dort geweſen ſei und ſich der⸗ maßen amüſirt habe, daß er den Lauf der Zeit ganz vergeſſen, da konnte ſie ihre Beſtürzung kaum verbergen. Bereits an dem Sonntag, an welchem ſie mit Emma auf der Pfarre zu⸗ ſammengeweſen war, hatte ſie den Eindruck bemerkt, den die⸗ ſelbe auf den Grafen gemacht hatte; und durch ſein verlegnes Geſicht, als der alte Graf vor einigen Tagen bei Tiſche von ihr geſprochen hatte, war Louiſens Argwohn nicht wenig ver⸗ mehrt worden. Nicht etwa, daß ihr die Inſpectorstochter in Bezug auf Eduards Vermählung als eine gefährliche Neben⸗ buhlerin erſchien, nein; aber ſie wollte nicht blos Eduards Hand, ſie wollte auch ſein Herz beſitzen; und in dieſer Hinſicht war ihr Emma ein Dorn im Auge.
„Ich habe Nichts dagegen“— ſprach der alte Graf zu ſeinem Sohn—„daß Du dann und wann die guten Paſtors⸗ leute beſuchſt; aber wenn wir fremden Beſuch haben, könnteſt Du wohl im Hauſe bleiben, denn es iſt weit weniger lebhaft, wenn Du nicht da biſt.“— 3
Eduard entſchuldigte ſich artig bei dem Baron Kir un ſeiner Schweſter Julie⸗Louiſe, und man begab ſich zur Ruh
——
Am andern Abend erfuhr man aber in der gräflichen Familt


