rerin eine Fahrt auf dem See vor, und Alle nahmen den Vor⸗ ſchlag mit Freuden auf. Zwei allerliebſte nette Schaluppen wurden bis an die Gartenbrücke gerudert, die Geſellſchaft ſetzte ſich ein und die Fahrzeuge wurden nach einer Inſel gerichtet, die weit in dem ruhigen ſpiegelklaren See lag. Flöte, Gui⸗ tarre, Waldhorn und Clarinette waren von der muſikaliſchen Familie mitgenommen worden, und bedachtſam hatte Wilhelm auch Emma'’s Laute mitgebracht, die ſchon am Montage in das Pfarrhaus geholt worden war. Man ſpielte und ſang, man ſcherzte, lachte und war ungemein heiter; aber Niemand war glücklicher als Eduard. Seine Blicke folgten der ſchönen Emma unaufhörlich, er ſang Duetts mit ihr, drückte ihr dann und wann die Hand und vergaß darüber ſeinen Vorſatz, ſie zu fliehen; vergaß alle ſeinem Glück hindernd entgegen treten⸗ den Geſellſchafts⸗ und Verwandtſchaftsverhältniſſe— kurz die ganze Welt. Ein hinreichender Vorrath von Erfriſchungen war mitgenommen worden, und da der Abend einer der ſchönſten war, den man ſich denken konnte, ſo wurde das Abendeſſen im Freien auf der Inſel eingenommen. Die Paſtorin bat den Grafen wegen des einfachen Mahls um Entſchuldigung, aber ihm erſchien daſſelbe wie ein Göttermahl, ſo unſäglich glück⸗ lich fühlte er ſich an dieſem Abend. Es war ſchon ſpät, als die frohe Schaar an den Rückweg dachte, denn der Pfarrer war nach Norrköping gereiſt und wurde erſt am folgenden Abend zurückerwartet; deshalb glaubten die jungen Leute— vorzüglich da die Pfarrerin mit anweſend war— daß ſie mit der Heimkehr nicht ſo pünktlich zu ſein brauchten. Aber die gute Pfarrerin fing bald an, ſich um die Gräſin zu ängſtigen, denn ſie ſtellte ſich die Angſt der Mutter vor, wenn man ihren einzigen lieben Sohn überall vergebens ſuchen würde. Meh⸗
rere Male erinnerte ſie an die Rückreiſe, aber Alle baten ſie,
noch eine Weile bleiben zu dürfen; und Eduard war derjenige,
der am meiſten für das Zurückbleiben auf der ſchönen Inſet


