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von ſolchen Händen gehegt und gepflegt zu werden.“— Emma
erröthete.—„Er litt ja ſo ſehr, der arme Menſch,“— ent⸗ gegnete ſie—„daß es jedem Menſchen zukam, ihn zu pflegen und zu warten.“— Allein Wilhelm behauptete, es ſei mehr
als Mitleid geweſen, was ſie vermocht habe, ſich mit dem Kranken zu beſchäftigen; er fügte hinzu, daß er an Fridolfs Stelle fortwährend krank ſein würde, um für einen ſolchen Engel Gegenſtand der Theilnahme und Sorgfalt zu ſein. Emma erröthete noch mehr, und zwar aus Furcht, daß ſie ſich zu angelegentlich mit Fridolf beſchäftigt haben möchte. Und eben dieſes Erröthen beſtärkte Wilhelm in ſeinem Glauben, daß Fridolf für Emma nicht gleichgültig ſei; er ſeufzte und war den übrigen Theil des Abends hindurch ſtill und nach⸗ denkend.
Unterdeſſen enteilte der arme Fridolf in vollem Galopp, um wo möglich ſeiner quälenden Eiferſucht zu entkommen, die ihn gleich einer Furie verfolgte. Als er nach Hauſe kam, fragte er mit Heftigkeit nach dem Inſpector; man ſagte ihm, derſelbe wäre in ſeinem Zimmer. Athemlos eilte er dahin und traf den alten Hilbert allein. Mit heftiger Bewegung erzählte er demſelben, daß Wilhelm Emma liebe und daß ſie
dieſe Liebe jedenfalls erwiedere. Zugleich ſtellte er dem In⸗ ſpector vor, daß Wilhelm in mehreren Jahren noch keine Frau ernähren könne, während er, Fridolf, Emma ſofort, wenn auch nicht Wohlſtand, doch ein gemächliches unabhängiges Auskommen verſchaffen könne. Er hoffte, durch Ausdauer Emma's Kälte zu beſiegen, und beſchwor Hilbert, ſein Ver⸗ ſprechen zu halten.
„Du biſt ein Narr, Fridolf,“— verſetzte der Alte kalt
— wie oft ſoll ich Dir denn das Verſprechen wiederholen?
— Habe ich denn jemals Etwas gebrochen, was ich verſpro⸗ chen habe?— Hier haſt Du meine Hand darauf, ſolltse
Wilhelm Rosman noch ſo ſehr verliebt in Emma ſein, niß 3


