gen! Alle baten um Erlaubniß für Emma, einige Tage in der Pfarre zu bleiben. Die gute Frau Hilbert willigte ſo⸗ gleich ein und als ſie ſodann ihren Mann fragend anblickte, erklärte dieſer, daß er ſeine Einwilligung nicht verſagen wolle, da die Mama bereits die ihrige gegeben habe. Drauf rollte der Wagen mit dem Inſpector, der Inſpectorin, Tante Ger⸗ trud und Fridolf unter den lauten Dankſagungen der Zurück⸗ bleibenden fort.
Aber Tante Gertrud brummte während des ganzen Rück⸗ wegs vor ſich hin. Sie war der Meinung, daß ihre Schwe⸗ ſter und ihr Schwager ihre Tochter verzögen, indem ſie die⸗ ſelbe nicht allein fünf Jahre lang in dem verderblichen Stock⸗ holm— einem nach ihrer Meinung gefährlichen Orte für junge Mädchen— in Penſion gehabt hätten, ſondern ſie auch nach ihrer Rückkehr wenig beaufſichtigten und ſie nur ihren
Vergnügungen überließen.—„Wenn Jemand Etwas auf Emma hält,“— ſetzte ſie hinzu—„ſo bin ich es; aber um
ihres eigenen Wohles halber wünſche ich ihr eine andere Er⸗ ziehung. Es iſt wohl ſchön genug, muſikaliſche Inſtrumente ſpielen und fremde Sprachen plappern zu können, aber noch beſſer iſt es, einer Haushaltung vorſtehen zu können und dies lernt man nicht auf dieſe Weiſe.“—
Die alte Dame ſchwieg ein Weilchen, denn das Wagenge⸗ raſſel hatte ihre halblaute Stimme übertäubt, ſodaß die Ue⸗ brigen wenig oder nichts davon gehört hatten; aber bald darauf begann ſie von Neuem:—„Ja, ja, ich weiß ſchon, wieviel ſie in dieſer Woche arbeiten werden. Es heißt wohl, ſie ſollen nähen und ſteppen, aber es wird wohl nichts gemacht werden, als geſpielt und geſchäkert mit den jungen Leuten und den Magiſtern, welche ſie Hülfsprediger nennen und die für Nichts und wieder Nichts Eſſen und Gehalt von dem Pfar⸗ rer kriegen. Es iſt eine Sünde und Schande, zwei Hülis⸗
prediger da herumlaufen und amtiren zu ſehen, während der
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