Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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führte nichts deſto weniger ſeinen einmal gefaßten Entſchluß aus. Emma hatte erwartet, den ſchmachtenden Liebhaber in ihm wiederzufinden, der, indem er ſich von ihr trennte, zärt⸗ lich um ihr Mitleid gebeten hatte. Sie fürchtete, daß er ſie auch hier mit Seufzern und ſprechenden Blicken verfolgen würde. Da ſie ihn aber ſo kalt ſand glaubte ſie, d daß ihm eine mehr⸗ tündige Einſamkeit ſeine Liebe aus dem Sinn gebracht hätte, wobei ſie ſich nicht wenig wunderte, daß 1 Menſch ſo ſchnell on eine m Extrem zum andern i über gehe n konnte. Der ſchlaue Fridolf bemerkte ſehr wohl, wie ſie i ber die plötzliche B verung ſeines Benehmens gegen ſie nachſann; und Alles, was er gegenwärtig wünſchte. Um aber die Gleichgül tigkeit gegen Emma mit deſto beſſerem Erfolg zu ſpielen, fiel ihm ein, ſich verliebt in ein anderes anweſendes Mädchen zu ſtellen; und zufällig ſiel ſeine Wahl auf Jenny. Wie glücklich wurde dadurch das vorher ſo verſtimmte Mäd⸗ chen! Wie wenig ahnte ihr junges, unſchuldiges, allen Kunſt⸗ griffen fremdes Herz die ieſe Wunde, welche ihr Fridolf in ſeinem Leichtſinn, ohne alle böſe Abſicht für die Zukunft vor⸗ bereitete.

Schlag zehn Uhr Abends hielten Emma's Eltern vor der Thür, um Emma Senholen; aber ſie waren nicht allein, denn zu Emma's großer Verwunderung ſaß Tante Gertrud auf dem Rückſitz des Saghiegens. Auch ſie hatte, wie Fridolf, im Hauſe Langeweile gefühlt und ſehr bereut, daß ſie nicht mit zu Carſins gefahren war. Zufällig war im Laufe des Nachmittags der alte Diſtrietsrichter Tes in einer Chaiſe an⸗ gekommen, um den Inſpector zu beſuchen. Als er hörte, daßs derſelbe zu Carſins gefahren war, entſchloß er ſich, ebendahin zu fahren und bot der Tante Gertrud einen Platz in feiner 4 Chaiſe an, den dieſe ſogleich dankend annahm. Auf dieſe

Ei kam ſie zu Aller Ueberraſchung in das Carſin ſche Haus, Mun entſtand ein Gedränge und Gemurmel um der Wa⸗