136 ihrem Vater ein Platz im Wagen angeboten worden ſei, wun⸗ füh derten ſich zwar Alle über dieſes Benehmen, dachten aber bald aus nicht mehr daran. Nur Jenny grübelte fortwährend darüber, ihm war zerſtreut und blickte beſtändig nach dem Wege. lich Wie würde ihr erſt zu Muthe geweſen ſein, wenn ſie den aud Grund von Fridolfs Benehmen gekannt, wenn ſie gewußt Da en S im Garten des ſtün Inſpectors dem fröhlichen G iſe der Rosmanſchen wob Familie vorzog?— Wie würde ihr zu Muthe geweſen ſein, von wenn ſie gewußt hätte, daß Fridolf Emma liebte und daß Fritd ihm Emma's Hand zugedacht war?— Aber das wußte Nie⸗ dern mand, nicht einmal Tante Gertrud. Alle Wie lange Fridolf auch in den Gängen des einſamen Gle Gartens ſpaziert war, er fühlte ſich Abends doch gelangweilt ſpiel und bereuete, daß er das wohlwollende Anerbieten des In⸗ Mä ſpectors, mit ihm bis in die Pfarre zu fahren, nicht angenom⸗ Wie men hatte. Endlich beſann er ſich und begab ſich ber pedes chen Kpostolorum in den Pfarrhof. Jenny's Wangen erglühten griff vor Freude, als er eintrat; Emma erblaßte. Allein bald be⸗ ſeine merkte ſie, daß er nicht gekommen war, um ihr Vergnügen zu berei ſtören oder ihr Verdruß zu bereiten; denn er ſtellte ſich an,
als ob er Emma's Anweſenheit in der Geſellſchaft gar nicht Thü
bemerkte. zu So viel hatte Fridolf durch ſeinen einſamen Spaziergang dem
erzwungen, daß er den Entſchluß gefaßt hatte, ſich eiskalt im gegen Emma zu benehmen. Damit glaubte er ſein Ziel um mit leichteſten zu erreichen.—„Ich will mich völlig gleichgültig Nach gegen ſie zeigen,“— dachte er—„ich werde doch ſehen, ob gekon ſie ſich dann eher an mich anſchließt; denn die Frauen wol⸗ derſe len gern geliebt, aber nicht gehaßt ſein. Vielleicht bemuhs ſie zu f
ſich dann eben ſo ſehr, meine Liebe zu gewinnen, als ſis bemüht iſt, ihr zu entgehen..
Daß Fridolf ſich täuſchte, wiſſen wir im Voraus; ab Ke


