Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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2 4 Emma verſetzte eifrig, wenn ihn der Vater auch noch ſo liebenswürdig fände, ſo müſſe doch eigentlich die Wahl der Toch⸗ ter beſtimmen, an weſſen Seite ſie durch das Leben wandern wolle. „Aber vielleicht billigſt Du die Wahl Deines Vaters,— entgegnete der Onkel.—„Wenn Du den jungen Fridolf ken⸗ nen lernſt, findeſt Du ihn vielleicht Deiner Hand würdig?— „Nein, beſter Onkel, nein!—

„Sonderbar!“— rief der Aſſeſſor.—„Wie kannſt Du ſo gewiß davon überzeugt ſein?— Das fordert nähere Er⸗ klärung. Ich fange wirklich an zu glauben

Ein Diener, welcher meldete, daß der Tiſch ſervirt ſei, un⸗ terbrach in dieſem Augenblicke jede weitere Unterredung über dieſen Gegenſtand. Still und ſchweigſam ging die Mahlzeit vor⸗ über, und nach dem Schluſſe derſelben begaben ſich die Mäd⸗ chen in ihr gemeinſchaftliches Zimmer.

Als die Äſſeſſorin mit ihrem Gatten allein war, ſprach ſie: Unſere arme Emma thut mir ungemein leid. Iſt es wohl menſchlich von ihrem Vater, daß er ſie zwingen will, einen

Mann zu heirathen, den ſie nicht mag 25* „Daß er ſie zwingen will, einen Mann zu heirathen, den

ſie nicht mag? wiederholte der Aſſeſſor langſam und mit Gewicht.—„Meine liebe Freundin, eins iſt ſo ungereimt, kann ein Vater ſeine

wie das andere. Zuerſt und vornehmlich Tochter nicht gegen ihren Willen zu einer Heirath zwingen“— „Ach, mein eigenſinniger Bruder kann Alles, was er ſich vornimmte— fiel die Aſſeſſorin ein.—„Er iſt ein redlicher, wechtſchaffener Mann, aber er iſt hart, befehlshaberiſch, despo⸗ tiſch und nicht an Widerſpruch gewöhnt. Wer ſoll denn die arme bedrückte Emma gegen ihn in Schutz nehmen?— „Aber, mein Gott!“— rief der Aſſeſſor—„überzeuge mich doch erſt, daß ſie deſſen bedarf. Vielleicht gewinnt ſie den zungen Mann recht lieb, n Ss wundert mich ungemein, daß ſie

ſchon jetzt im Vor⸗

wenn ſie ſeine Bekanntſchaft gema 4 1 9