Emma ſetzte ſich in eine Ecke des Zimmers, erbrach den Brief und las, wührend eine Thräne nach der andern aus ihren Augen auf das Papier herabtropfte, das ſichtbar in ihren Hän⸗ den zitterte. Als ſie den Brief geleſen hatte, brach ſie in lautes Weinen aus und warf ſich der Tante in die Arme. Sanft fragte die Letztere, wodurch ſie ſo ſehr erſchüttert würde. Emma unterdrückte den erſten heftigen Ausdruck ihres Ge⸗ fühls einigermaßen und erwiederte:—„Ach meine gute beſte Tante! Daß ich mich von Euch und von Allem, was mir in meiner neuen Heimath lieb geworden iſt, trennen muß, das iſt es eigentlich nicht, was mich ſo betrübt macht. Im Gegentheil, ich ſehe ein, daß ich Unrecht that nur einen Augenblick anzuſte⸗ hen, in die Arme meiner Eltern zurückzukehren; ich fühle bitter, daß ich die Vorwürfe verdiene, mit denen der Brief meines Va⸗ ters angefüllt iſt. Aber woher die unnennbare Angſt, die mich bei dem erſten Wort von der Heimreiſe ergriff? Woher die eiſige Furcht vor einer düſtern unglücklichen Zukunft, die ich bei dem Gedanken an B“* fühlte?— Es war keine Bangigkeit vor der Stille des Landes, denn ich hoffe, dieſelbe ſoll mir nicht unan⸗ genehm ſein— und dennoch, dennoch— aber ſiehe, nun iſt das Räthſel gelöſſt, ich weiß nun, warum ich mich gefürchtet habe:— mein Vater will mich verheirathen, mein Schickſal an eine mir völlig fremde Perſon ketten; er ſchreibt, daß er meine Hand unwiderruflich verſprochen habe— und ohne mich vor⸗ ber zu fragen! O, das iſt hart, unmeuſchlich und ſtreitst gegen
alle göttlichen und menſchlichen Geſetze!“— „Meine liebe Emma ſpricht ſehr eifrig,— verſetzte die
„Mie, niele fiel ihr Emma mit einer bei fügſamen Gemüth ſehr ungewöhnlichen Entſchloſſenheit ins Wort Mie ſoll er meine Hand beſitzen; ich
Aſſeſſorin lächelnd.—„Iſt denn der junge Fridolf Tyrell ſo unangenehm?— Vielleicht wirſt Du ſehr zufrieden mit der Wahl Deines Vaters ſein.—. ihrem ſtillen und
ſelbſt will mur emten


