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„Ich kann nicht ſagen, ob er krank oder geſund iſt, aber die ganze Sache kommt mir ſo ſonderbar vor, daß ich es für der Mühe werth hielt, hieher zu kommen und Sie zu warnen, bevor er ſelbſt erſcheint. Heute Nacht um zwölf Uhr, als wir im beſten Schlafe lagen, pochte es an der Thüre, ſo daß das ganze Haus erzitterte: es war der junge Herr. Man ſah ihm gar nichts Beſonde⸗ res an, ſondern er ſchien im Gegentheil recht vergnügt zu ſein, Biſt Du da, meine liebe Frau Sanft, meine ehr⸗ liche Margarethe? ſagte er. Die Mutter hat mir da eine recht gute Hilfe verſchafft, die ich nicht ſobald mehr aus dem Hauſe laſſen werde.— Danke ſchͤnſtens, Herr Hüt⸗ tenbeſitzer, antwortete ich: wenn ich in Etwas dienen kann, ſo. Damit leuchtete ich ihm die Treppe hinauf. Er ſagte, er wolle nichts zu eſſen, denn er ſei ſchläfrig, aber ich ſolle ihn um ſechs Uhr wecken, denn da wolle er nach Lindafors fahren.“
Während Frau Sanft in ihrer Erzählung fortfuhr, ſaß Frau Agneta mit gekreuzten Armen wie eine Bild⸗ ſäule da; ſobald aber Margarethe einen Augenblick anhielt, rief ſie ihr lebhaft zu:„So ſprich doch, ſprich!“ 4
„Ich hatte mich ſchon lange wieder in's Bett gelegt, und der Tag begann zu grauen. Aber ich ſage Ihnen zum Voraus, daß ſie nicht erſchrecken dürfen, denn es geſchah dießmal kein Unglück— als auf einmal in der oberen Wohnung ein Schuß ſiel. Ich ſtürzte hinauf, und richtig, da ſtand Herr Karl Auguſt am offenen Fenſter mit der Büchſe in der Hand. Er hatte geſchoſſen, aber Gott ſei Dank, blos auf eine Krähe oder ſo Etwas.“
„Das war ein Probeſchuß, um zu ſehen, ob er ſeiner Hand für einen zweiten Schuß auf ſich ſelbſt ſicher ſei,“ jammerte Frau Agneta.„Ach, er hat gewiß Unglück ge⸗ habt in ſeiner Liebe... Vater, Vater!“ rief ſie jetzt ſo heftig, daß der Hüttenbeſitzer mit blos einem Arm im Schlafrock hereingeſtürzt kam—„fahre ſogleich nach Ro⸗ ſenlund! Karl Auguſt hat im Sinn ſich—— oh, ich
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