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Sechsundzwanzigſtes Kapitel.
„Was gibt's? Was gibt's?“ rief Frau Agneta eines Morgens ganz frühe zum Fenſter hinaus ihrer Freundin Margarethe entgegen, welche ſoeben angefahren kam.
Der Grund zu dieſer für Frau Sanft ſo ungewöhn⸗ lichen Art ſich fortzubewegen muß nämlich in der That⸗ ſache geſucht werden, daß ſie nicht mehr auf Södratorp wohnte und Karten ſchlug, ſondern durch das Vertrauen der Hüttenbeſitzerin zur Verwalterin von Roſenlund wäh⸗ rend Karl Auguſts Abweſenheit ernannt worden war.
Frau Sanft eilte in's Haus hinein, Frau Agneta eilte die Treppe hinab, ſo daß ſie einander auf der Haus⸗ flur begegneten.
„Nun, liebe Margarethe, was iſt's?“
„Allerlei, meine beſte Madame!“ Unter ſolchen ein⸗ leitenden Redensarten kamen die beiden Frauen wieder die Treppe hinauf und in’'s Wohnzimmer.
„Frau Agneta machte ſich gefaßt, entweder Liebes⸗ oder Diebsgeſchichten von Roſenlund zu vernehmen, aber ſie kam auf ernſtere Gedanken, als Margaretha ſagte: „Liebe Madame, ich bringe dießmal wichtige Nachrichten.“
„Großer Gott, der Mechanikus wird doch nicht mit der Kaſſe auf und davon gegangen ſein?“
„Nein, bewahre, aber der junge Herr Hüttenbeſitzer ſelbſt iſt heute Nacht angekommen.“
„Und das ſagſt Du ſo kalt?“ rief Frau Agneta voll Freude.„Aber, mein Gott, was haſt Du denn? Du ſiehſt ja aus wie das Unglück ſelbſt. Er iſt doch nicht krank?“
„Beruhigen Sie ſich, liebe Madame, dann willl ich ſogleich alles erzählen.“
„Gott ſei Dank, er iſt alſo doch nicht krank!“ ſagte Frau Agneta, indem ſie tief Athem holte und ſich auf den Sopha ſetzte.


