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Ich werde dieſe Erlaubniß nicht mißbrauchen, Papa,“ ſagte Alma, indem ſie demüthig des Vaters Hand küßte, auf welche einige Thränen niederfielen.„Noch nie habe ich das Bedürfniß, durch Gehorſam und unausſprechliche Zärtlichkeit Deine Liebe zu verdienen, ſo dringend em⸗ pfunden, wie eben jetzt.“
„Gut, gut, mein Kind; ich hatte doch wahrhaftig eine Ahnung, daß heute irgend etwas ganz Beſonderes ſich ereignen müſſe. Der Oberförſter dachte an die Re⸗ petiruhr, die er zum erſten Mal in einer ſo langen Reihe von Jahren aufzuziehen vergeſſen hatte.
Welche Revolutionen hatten ſich aber auch im Ver⸗ lauf einiger Stunden in ſeinem Reiche ergeben! Der Major wirft ſeine Verlobung über den Haufen, Alma zieht den alten Menſchen aus und legt einen neuen an— er ſelbſt aber muß ſich überzeugen laſſen, daß er ſich neun⸗ zehn Jahre lang im Charakter ſeiner Tochter geirrt hat!
Am Nachmittag hatte der Oberförſter, nachdem er ſich die ganze Zeit über in ſeinem Zimmer eingeſchloſſen, eine lange, vertrauliche Unterredung mit dem Major— über was? das wußte Niemand. Als aber beide ſich wie⸗ der zeigten, da ſtrahlte Friede und herzliche Verſöhnung in ihren Augen und ihrem ganzen Weſen; überdies lag in des Oberförſters Miene und in ſeinem Augenzwinkern etwas, das klar genug auf vollkommen gute Laune deutete.
„Sind Sie jetzt zufrieden, Alma?“ ſagte der Major mit zärtlicher, aber feſter Stimme, als Sie am Abend ſich trennten.
Alma wagte nicht zu antworten, aber ſie drückte des Majors Hand auf eine Art, die keinen Zweifel über ihren Gemüthszuſtand übrig ließ... Sie ſah die Thräne nicht, die in ſeinem Auge glänzte.


