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Die Braut auf dem Omberg : drei Bändchen / von Emilie Carlén. Aus dem Schwed. von Gottlob Fink
Entstehung
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geglänzt. Endlich ſtand ſie auf, legte ihre Hand in die des Vaters und ſagte in ruhigem, aber beſtimmtem Tone: Verzeihe mir, Papa, aber ich... ich wage zu glauben, daß wenigſtens in einem Theile Deiner Bemerkungen ein Irrthum ſich eingeſchlichen hat.“

„Was ſagſt Du, Alma?“ fragte der Oberförſter, in⸗ dem er ſie mit Verwunderung betrachtete,„ein Irrthum?“

„Ja, Papa— ich habe früher nie gefühlt, was ich in dieſem Augenblick fühle, aber eine innere Stimme in mir empört ſich gegen Deine Worte und überzeugt mich, daß ſie ihre Anwendung nicht auf mich finden. Wenn Du es erlaubſt, ſo will ich Dir jetzt auch erklären, aus wel⸗ chem Grund die Verbindung mit dem Major unter allen Umſtänden— ſelbſt wenn ich Karl Auguſt nicht kennen gelernt hätte— mir im höchſten Grad zuwider ſein mußte. Denk Dir einmal ein junges Mädchen, das von der Natur nicht ganz mittelmäßig ausgerüſtet iſt, aber ſeit ihrer früh⸗ ſten Kindheit an einen mechaniſchen Gehorſam gewöhnt wurde, an einen Gehorſam, der ihr keine Zeit zum Nach⸗ denken, ja nicht einmal die Ahnung eines Gedankens an Recht und Unrecht geſtattet hat. Nach und nach gelangt dieſes Mädchen zu dem Bewußtſein, daß auch ſie einigen Werth habe, daß auch ſie auf eigene Fauſt fühlen, denken und handeln könne. Ihr erſter und eifrigſter Wunſch iſt dann natürlich der, für den Fall der Trennung von einem Vater, welchen ſie innig und herzlich liebt, einem Manne folgen zu können, welcher ihr nicht blos Kleider und Nah⸗ rung geben, vielleicht wohl auch freundlich für ihre kleinen Vergnügungen und die Befriedigung ihrer Laune ſorgen würde, ſondern einen Mann, welcher ihr die allerliebſte Geſellſchaft wäre, der aber gleichwohl nicht zu hoch über ihr ſtände, ſondern dem ſie auf allen Wegen des Lebens folgen könnte, wo nämlich Verſtand und Gefühl von Frau und Mann auf der gleichen Stufe ſtehen müſſen.“

„Um Gotteswillen, Mädchen,“ rief der Oberförſter, indem er unruhig mit dem Stuhl hin und herrückte,„wo⸗ her haſt Du das Alles?“