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— ich habe geſagt, daß wir in dieſem Augenblick offen mit einander ſprechen wollen— nicht reich ausgerüſtet; zwar mit körperlicher Schönheit, mit Anmuth und Liebenswür⸗ digkeit biſt Du reich begabt, um ſo weniger aber mit Ver⸗ ſtand und Kopf. Es thut mir leid, Dir das ſagen zu müſſen, und ich ſehe am Farbenwechſel Deiner Wangen, daß Du es ganz und gar nicht gerne höoͤrſt; aber was wahr iſt, muß wahr bleiben. Nun hege ich die feſte Ueber⸗ zeugung, daß Du bei einer Verbindung mit unſerm ehr⸗ lichen, rechtſchaffenen Major, niemals dieſe Vorzüge ver⸗ miſſen wirſt, während ein Mann von anderer Gemüthsart und mit mehr Scharfblick begabt, kurz ein Mann mit tiefen, ſtarken Gefühlen, mit Phantaſie und Poeſie und dergleichen, Dich recht ſehr fühlen laſſen könnte, woran es Dir mangelt.“
Der Oberförſter machte eine Pauſe und fuhr koſend mit der Hand über Almas geſenkte Stirne. Sodann ſprach er alſo weiter:
„Wenn der Honigmonat vorbei iſt, mein Kind, und mit ihm der erſte Liebesrauſch, dann ſieht ſich ein Mann von der letzteren Art nach andern Schätzen um, als nach Schönheit und nach angenehmem, kindlichem Geplauder: er begehrt ein Weib, das ihn begreifen, verſtehen und ihm folgen, das ſelbſt ſprechen und ihn unterhalten kann, wenn er müde von des Tages Arbeit zu ihr zurückkehrt. Aber wenn er bald genug mit Betrübniß einſieht, daß ſie hiezu nicht fähig iſt, wenn ſie mit heimlichem Schreck bemerkt, daß er ſich von ihr zurückzieht, daß er an ihr Entdeckun⸗ gen macht, die ſeine Liebe abkühlen— wie geht es dann? Ein tiefer, ſchmerzlicher Kummer erfaßt dann ihre Seele; ſie ſieht, daß ſie ihrem Manne nicht mehr Alles iſt, das Gefühl ihrer Unzulänglichkeit macht ſie niedergeſchlagen und ſcheu, ja ſie verſteht dann bald nicht einmal mehr die Fähigkeiten zu benützen, welche die Natur ihr wirtlich ver⸗ liehen hat. Der Kummer iſt ein Wurm, der an des Le⸗ bens Blüthe zehrt. Sie verliert ihre Schönheit, und mit ihr eine der mächtigſten Waffen, welche ſie beſeſſen; die Verzweiflung darüber thut der Anmuth, der Güte und


