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belügen können, der ſie doch ſo innig, ſo unbeſchreiblich
liebte!“ Bei dieſen Worten drängte ſich eine Thräne in ſein Auge und ein Zug tödtlichen Schmerzes breitete ſich über ſeine gerunzelte Stirne.
„Um Gotteswillen, Bruder,“ bat der Major in in⸗ nigem Tone,„laß Deinen Zorn und Unmuth nicht auf ſie fallen! Ich, ich— habe ſie zu dieſer Täuſchung ver⸗ anlaßt, ich habe ihren Schmerz, ihren Wiederwillen, ihre Angſt geſehen, und laß mich's Dir nur bekennen, Bruder, verzeih aber, wenn meine Offenheit Deinen Schmerz noch vermehrt, die Furcht, dieſes entſetzliche Gefühl, das ſich nie zwiſchen die Herzen des Vaters und der Tochter drän⸗ gen ſoll, die Furcht, allein hat Alma den Muth gegeben, ſich um jeden Preis von ihres Vaters Zorn loszukaufen.“
„Schwachheit war es, elende, unwürdige, verächtliche Schwachheit,“ rief der Oberförſter; aber in ſeiner Stimme lag nicht mehr jenes heftige Aufbrauſen, das auf Sturm zu deuten pflegte: es war das Getöne eines dumpfſau⸗ ſenden Windes, deſſen Wildheit bereits gebrochen iſt.
„Ich habe ſie überredet, Bruder, mein iſt die Schuld.“
„Ja, ſo iſt's,“ verſetzte der Oberförſter, indem er langſam ſeine gewöhnliche Faſſung wieder errang; nun biſt Du aber auch verpflichtet, das Uebel, das Du geſtiftet, wieder gut zu machen.“
„Das iſt mein ſehnlichſter, mein herzlichſter Wunſch.“
„So handle, wie es einem Manne gebührt! Wir wollen das Spiel in Ernſt verwandeln: ſie ſoll dennoch — ja, ſie ſoll Deine Frau werden.“
„Laß dieſe Verblendung!“ bat der Major ernſt und eindringlich.„Das iſt ja unmöglich: ihr Herz iſt unwi⸗ derbringlich vergeben. Du kannſt und darfſt ihr Unglück nicht wollen.“
.„ Ich weiß beſſer was ihr Glück oder Unglück iſt, als
ſie es ſelbſt weiß. Verlaß mich jetzt, Major, laß mich allein. Ich will meine Gedanken ordnen; ich will mit dem Mädchen ſprechen: ich will ſehen, ob ſie mir in's Auge ſchauen kann.“


