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Die Braut auf dem Omberg : drei Bändchen / von Emilie Carlén. Aus dem Schwed. von Gottlob Fink
Entstehung
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ten, während ſie dieſen Brief ſtudirte. Ueber den Anfang glitt ſie ziemlich leicht weg; aber als ſie zu den Worten kam: Endlich kann ich ſagen, daß ich eine Bekanntſchaft gemacht habe, da geſtaltete ſich bereits ein kleiner Roman in ihren Gedanken, und man denke ſich ihren Verdruß, als ſie fand, daß dieſe Bekanntſchaft nicht einem reichen Familienvater und ſeinen ſchönen Töchtern galt, ſondern ſich lediglich auf einen alten Seefahrer beſchränkte, mit wel⸗ chem ſodann der Brief ſchloß. Vom nächſten Brief durfte ſie natürlicher Weiſe noch weniger erwarten, denn welcher Art konnten auch die Ergebniſſe einer Bergreiſe ſein? Ja, ja, ſagte ſie zu ſich, alles was Karl Auguſt ſchreibt, iſt gewiß recht ſchön und gut, recht lieb und angenehm, aber es hätte doch noch angenehmer und ausführlicher ſein können.

Der Hüttenbeſitzer dagegen ſprach, als er den Brief geleſen hatte:„das iſt doch wenigſtens etwas, meine liebe Agneta. Ich hätte ihm kaum zugetraut, daß er im Stande wäre einen Fiſcherkahn auf der Rhede von einem Kriegs⸗ ſchiff zu unterſcheiden. Ich finde, daß er aufmerkſamer wird, und was er von dem gothländiſchen Kapitän ſchreibt, iſt gar nicht übel: es beweist, daß er über das, was er ſieht und hört, auch nachzudenken anfängt. Die einfäl⸗ tigen Geſchichten vom Mond, von den Koſacken und der heiligen Brigitta hätte ich ihm freilich gerne geſchenkt, aber doch iſt ſein Brief im Ganzen recht brav. Stopfe mir eine Pfeife, Agneta, und gib mir etwas zu trinken. Aber warum iſt der Burſche nicht auf den Omberg ge⸗ gangen, ſo lange er ihn ganz in der Nähe hatte? das ſieht ihm wieder vollkommen gleich.“