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Die Braut auf dem Omberg : drei Bändchen / von Emilie Carlén. Aus dem Schwed. von Gottlob Fink
Entstehung
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Fünftes Kapitel.

Ungeduldiger als je, ſah jetzt der Hüttenbeſitzer dem nächſten Briefe entgegen, der auch nicht lange auf ſich warten ließ. Er war größer als die beiden vorhergehen⸗ den und enthielt von beiden Rubriken, in welche der alte Herr alles einzutheilen pflegte, nämlich von vernünftigen Dingen und von dummem Zeug etwas.

Das Schreiben war wiederum aus Hjo datirt und verfaßt am Abend von Karl Auguſt's Rückkehr vom Om⸗ berg. Es lautete alſo:

„Geliebte Eltern!

Jetzt kann ich ſagen, daß ich gelebt habe;— ja, ich habe einen ganzen Tag gelebt, habe unausſprechlich viel Freude gehabt.

In meinem letzten Brief meldete ich Euch meine Ab⸗ ſicht, den Omberg, die Krone Oſtgothlands zu beſteigen. Es iſt ſo verlockend, wenn man vom weſtlichen Ufer nach dem öſtlichen hinüberſieht: man empfindet einen wahrhaft ſehnſüchtigen Drang. So erging es auch mir.

An einem ſchönen Morgen miethete ich mir ein kleines Boot, beſtellte ein Paar kräftige Burſche zum Segeln oder Rudern— was hier beides nöthig iſt— und begab mich ſodann Nachmittags zwei Uhr mit meiner Reiſekarte, meinem Fernglas und meinem lieben Orenſtjerna, um mir die Fahr⸗ zeit abzukürzen, an Bord.

Der Wind, der im Anfang günſtig genannt werden konnte, ſiel nach und nach ſo ab, daß unſere Segel un⸗ brauchbar wurden. Inzwiſchen muß ich geſtehen, daß mir das lieber war, als wenn das Gegentheil eingetroffen wäͤre; es hätte mir wahrhaftig wenig Freude gemacht, dieſen be⸗ ſcheidenen Bienenſeefahrern zuzuſehen, wenn ſie ſich zum Kampf gegen einen heftigen Sturm hätten rüſten müſſen. Schon in ihrer Art ein Segel ein⸗ oder aufzuziehen, lag etwas ſo unbeſchreiblich Ländliches, und in ihrer Art das

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