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Die Braut auf dem Omberg : drei Bändchen / von Emilie Carlén. Aus dem Schwed. von Gottlob Fink
Entstehung
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lbreiſe

tenbe⸗ desmal

gegen

ihrer recht liebten Geſell⸗ klichen chaften

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Karl Auguſts an der Wand dem Bette gegenüber ihre Plätze hatten.

Es war nie Frau Kemners Gewohnheit geweſen, über ein Unglück zu klagen, welches ſie traf; denn ſie behaup⸗ tete die Erfahrung gemacht zu haben, daß die Frauen für das Unglück geſchaffen ſeien, nicht aber das Unglück für die Frauen. In Folge dieſes Grundſatzes, welcher bei einer minder ruhigen und verſtändigen Gemüthsart, als Frau Agneta beſaß, ſehr beklagenswerth hätte erſcheinen müſſen, fiel es ihr natürlich niemals ein, über Karl Auguſts Schweigſamkeit laut zu ſeufzen oder ihren Mann auch nur im Mindeſten ihre innere Unruhe darüber ahnen zu laſſen. Wenn er brummte, ſo ſchwieg ſie; und wenn er ſchwieg, ſo trillerte ſie ein Liedchen, das ſie in den ſchönen Tagen ihrer Jugend geſungen, als der blaue Freiersfrack das Tageslicht erblickte, um hernach mit ſo glänzendem Erfolge gekrönt zu werden. Bei dieſem Liedchen wurde es noch jetzt dem Alten ganz warm ums Herz, ſo daß er lächelte, wenn die Matrone es ſang, und oft ſagte:„Fange es von Vorne an, Agneta.“

„Recht ſo, recht ſo, Agneta! rief der alte Herr eines Tags aus der Sophaecke, als die Matrone mit dem Strickſtrumpf in der Hand den Vers anſtimmte:

„Ich ſeh Dirs an den Augen an, Daß Du haſt einen Andern lieb.“

Aber das Geraſſel eines Wagens auf dem Hof ver⸗ kündete die Ankunft des Poſtfelleiſens, und Frau Agneta hielt in ihrem Geſange inne.

Der Hüttenbeſitzer ſtand auf und ſagte mit ſtarker Betonung:„Jetzt ſind es beinahe drei Wochen; heute muß doch wohl in Gottes Namen ein Brief kommen.“

Und der Brief fand ſich.

„Lies ihn vor,“ bat Frau Agneta mit der Ruhe einer Perſon, welche ſeit langer Zeit gewohnt iſt, ihre Gefühle zu beherrſchen.

„Wie Du willſt, meine Liebe. Nach ſeiner Dicke zu ſchließen, muß der Brief ziemlich inhaltsreich ſein. Moͤge