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Die Braut auf dem Omberg : drei Bändchen / von Emilie Carlén. Aus dem Schwed. von Gottlob Fink
Entstehung
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bekommſt Du ja niemals Gelegenheit, Dich einem jungen Mädchen zu nähern, ſelbſt wenn Du Neigung für ſie empfinden ſollteſt— denn Du wirſt Dich doch wohl nicht in eine ſolche verlieben, die weder Vermögen, noch Familie hat?“

„Eine ſolche müßte es allerdings ſein.“

„Ci, warum nicht gar! Du haſt Deine eigenen An⸗ ſichten, und freilich dürfteſt Du überzeugt ſein, daß man Dich wegen Deines Eiſenhammers und Deiner zwanzig Bauernhoͤfe nicht ausſchlagen würde. Wer ſelbſt nichts

hat, muß ſich immer nach einer guten Heirath umſehen.“

Dies war ein Pfeil, der ſein Ziel nicht verfehlte. Für Karl Auguſt gab es keinen peinlicheren Gedanken, als ſeines zukünftigen Vermögens wegen gewählt zu werden. Ein Mädchen, das er vielleicht aufrichtig lieben würde, ſollte möglicher Weiſe Liebe heucheln, um eine reiche und angeſehene Frau zu werden. Die hingeworfene Bemerkung der Mutter erfüllte ſein Herz mit Kummer: ſie, welche die Frauen genau kannte, hatte offen ausgeſprochen, was er im Stillen gefürchtet.

„„Du biſt auf einmal ſo ſtill geworden!“ ſagte Frau Agneta und ſah ihren Sohn an, welcher gedankenvoll ins Leere hinaus ſtierte.

„Es ſchmerzt mich, daß Du mir meinen einzigen frohen Gedanken geraubt haſt: den Gedanken nämlich, ein armes Mädchen aufzuſuchen, das mich nur um meiner ſelbſt willen lieben könnte.“ 4

Ei, ei, mein Kind, was ſind das für romantiſche Grillen! Koͤnnen nicht auch andere als gerade nur arme Mädchen Dich um Deiner ſelbſt willen lieben? Deine Anſichten ſtreiten eben ſo ſehr gegen den Weltgang, als gegen die geſunde Vernunft. Von jeher haben arme Mäd⸗ chen alles gethan und aufgeboten, um reiche Frauen zu

werden. Reiche Mädchen dagegen— und hiefür ließen ſich tauſend Beiſpiele anführen— nehmen nicht ſelten

arme Männer: ihre Wahl muß immer freier bleiben,