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Die Braut auf dem Omberg : drei Bändchen / von Emilie Carlén. Aus dem Schwed. von Gottlob Fink
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ſtändiger Taugenichts zu werden. Der Jüngling kann ein Träumer ſein und ſich ſpäter mit kräftigem Schwunge aufraffen; aber nicht ſo verhält es ſich mit dem Mann: ſeine Träumereien werden ihn bald dermaßen abſtumpfen, daß alle Aufhilfe unmöglich wird.

Karl Auguſt beſaß die beſten Naturanlagen: eine tiefe, milde Seele, das wärmſte Gefühl. Aber alles erhielt durch ſeine erſte Erziehung eine ſchiefe Richtung, und das große Mißtrauen, das er in ſich ſelbſt und in ſeine Fähigkeiten zu ſetzen gewohnt war, mußte nothwendig, wenigſtens bis zu einer gewiſſen Zeit, ſchädlich auf ihn einwirken, ja um ſo ſchädlicher, als dieſes Mißtrauen beſtändig mit ſeiner Selbſtliebe in Streit gerieth, welche durch die Behandlungsweiſe ſeiner Mutter fortwährend unterhalten wurde.

Die Einladung zum Mittageſſen lenkte die Aufmerk⸗ ſamkeit des Jünglings von ſich ſelbſt ab. Er eilte ins Speiſezimmer, und das Erſte, was ihm hier in die Augen fiel, war der von ſeiner Mutter verfertigte Lockvogel, eine von den tauſend kleinen Ueberraſchungen, womit die gute Frau einmal ums andere die Dankbarkeit ihres Sohnes zu feſſeln wußte.

„Ganz prächtig, liebe Mutter!“ ſagte Karl Auguſt. „Aber Du haſt mir bereits mehr Lockvögel gegeben, als ich Dir Auerhähne in's Haus brachte.“

„Davon wollen wir nicht ſprechen, liebes Kind. Ein ſo gewandter Schütze, wie Du, verdient immer neue Auf⸗ munterungen. Wir haben Beſuche heut.“

Karl Auguſt lächelte und folgte der Mutter in's Geſellſchaftzimmer, wo ſie ihn zwei alten Damen vorſtellte, die nebſt einer ſo eben nach Haus gekommenen Nichte, einem ſchönen Mädchen und der erklärten Erbin der beiden unverheiratheten Tanten, ihre Aufwartung zu machen ge⸗ kommen waren. Aus der dunkeln Röthe, welche die Wangen des guten Kindes überzog, als Karl Auguſt ſeinen Buͤck⸗ ling vor ihr machte, zog der, wie wir bereits angedeutet, ſehr mißtrauiſche Jüngling ſogleich den Schluß, daß ſeine