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Die Braut auf dem Omberg : drei Bändchen / von Emilie Carlén. Aus dem Schwed. von Gottlob Fink
Entstehung
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Karl Auguſt zitterte vor Zorn am ganzen Leibe; „ſchicke mich wohin Du willſt,“ ſagte er trotzig,„laß mich nur von hier wegkommen, ſonſt laufe ich ſelbſt davon.“

„Ja, er ſoll fort!“ beſchloß der Hüttenbeſitzer. Aber mit thränenden Augen bat die Mutter:„Schick ihn noch nicht in die Welt hinaus, lieber Johannes! Es kann daraus nichts Gutes entſtehen.“

Mittlerweile verbreitete ſich in der ganzen Gegend das Gerücht, der geiſtig verwahrloste Sohn des reichen Hüt⸗ tenbeſitzers ſolle weggeſchickt werden, um Verſtand und Gelehrſamkeit zu holen. Aber Jedermann prophezeite ſeine baldige Rückkehr, weil man ihn gar zu gut kannte, und man beklagte den würdigen Vater, deſſen unglaubliche Mühe ſo ſchlecht belohnt werden ſolle.

„Ich verſichere Dich, mein geliebtes Kind, mein theurer Karl Auguſt,“ ſagte die Mutter am Abend vor der Abreiſe im vertraulichen Geſpräche zu ihrem Sohn,„ich verſichere Dich, daß Du weder dumm noch einfältig biſt, ſondern im Gegentheil ein Knabe von klarem und hellem Kopf, obſchon Dein Vater es nicht einſehen will. Aber wenn man Dich auf ſolche Art noch länger hetzen und plagen würde, ſo könnte es noch dahin kommen, daß Du dumm und töoͤlpel⸗ haft würdeſt. Mein liebſtes Kind, mach doch Deiner Mutter Ehre und komme nicht vor der Zeit nach Hauſe. Ich zweifle keinen Augenblick daran, daß Du leſen kannſt, ſo bald Du nur willſt.“

„Glaubſt Du das wirklich, Mutter?“

„Ich glaube es wie das Evangelium. Weißt Du noch, lieber Karl Auguſt, wie Du als ein ganz kleiner Junge in Geſchichtbüchern laſeſt, und die Kupferſtiche recht gut verſtandeſt, ob es nun Bäume waren oder Seen oder Vögel? Weißt Du es noch?“

„Ja, ich glaube wohl. Aber ſeitdem habe ich kein ſo gutes Gedächtniß mehr? Ich habe das deutlich bemerkt, wenn ich draußen im Walde leſe, was ich oft thue, obſchon Niemand es weiß.“

„Mein armer, lieber Karl Auguſt! Der Vater hat

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