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Dir freilich zu viel Schläge gegeben, aber er thut es jetzt nicht mehr und hat es auch oft bereut, wenn er wieder daran dachte.“
„Hat er das? Weißt Du gewiß, daß er es manchmal bereut hat?“
„Ganz gewiß, mein Kind! Ich habe es mehr als einmal bemerkt, wie unruhig er nach ſolchen Züchtigungen auf und ab ging und verſtohlen nach Dir blickte, und wie er, wenn er Dich in den Keller eingeſperrt hatte, eben ſo
lang vor der Thüre ſtehen blieb; einmal ſah ich ihn ſogar ſeine Augen trocknen, obſchon ich mich ſtellte, als bemerke ich nichts davon.“
„War ich ſehr unartig?— Sag, liebe Mutter, war ich das?“ fragte Karl Auguſt, und ſeine Stimme zitterte vor Rührung.„War ich ſehr ungezogen, wenn der Vater ſo mit mir verfuhr?“„—
„Ja, das warſt Du allerdings, mein Junge. Aber nach meiner Ueberzeugung wäreſt Du nicht ſo geworden, wenn man Dich nicht ſo hart behandelt hätte. Einmal... aber es wird Dich betrüben, wenn ich es erzähle.“
„Thut nichts, erzähle es nur.“ 3
„Ja, einmal gebärdeteſt Du Dich geradezu wie ein wildes Thier, weil Du des Vaters Stock mit dem goldenen Knopf nicht bekommen ſollteſt: Du biſſeſt ſogar den Vater in die Hand.“
„Ich erinnere mich noch genau,“ antwortete Karl Auguſt, und das Blut ſtrömte heftig in ſeine Wangen. „Aber Du erzählteſt nicht, warum ich das that. Ich be⸗ kam mit dem Stock, weil ich ihn zu nehmen gewagt hatte, ſo viele Schläge, daß ich am Ende allerdings wie ein wildes Thier wurde und hernach nicht mehr wußte, was ich that.“ 3
„Doch jetzt ſind die Kinderjahre vorbei,“ fuhr die Mutter begütigend fort.„Du biſt jetzt dreizehn Jahre alt und wirſt dem Vater und der ganzen Gegend beweiſen, daß Du ſo viel Fähigkeiten haſt wie ein Anderer, und daß Du Verſtand genug beſitzeſt, um in Zukunft dem Giſen⸗ „


