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Paul Wärning : Abenteuer eines Scherenjungen ; fünf Theile / erzählt von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F.
Entstehung
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Mit dieſem Schreiben, welches Noren deutlich of⸗ fenbarte, daß weder Zeit noch Abweſenheit eine Ver⸗ änderung in Paul's alten Gefühlen hervorgebracht hatten, wanderte er zum zweiten Male in das Haus des Herrn Streling, und reichte das Billet über den Schenktiſch, und Nora nahm es mit purpurrothen Wangen an.

Sie wollte, da ſie von ſo vielen Augen bewacht

wurde, daſſelbe ungeleſen in die Taſche ihrer Schürze

ſtecken, aber da faßte Paul Muth und ſagte ganz laut und dreiſt:„Das da iſt gewiß etwas Angelegenes, und ich ſollte nothwendig Antwort auf das Billet haben!“

Jetzt wendete ſich Nora bei Seite, öffnete und las.

„Ich habe jetzt keine Zeit, Antwort zu geben,“ ſagte ſie, nachdem ſie einige Augenblicke nachgedacht hatte,„aber kommen Sie gefälligſt heute Abend um acht Uhr wieder, ſo ſoll ſie fertig ſein!“

Mit laut klopfendem Herzen flog Paul davon.

War er nicht jetzt mitten in dem beſten Aben⸗ teuer, das er ſich nur wünſchen konnte? Ja, ganz gewiß. Paul war auch ſo glücklich, daß er wirklich zu ſeinem Herrn zurückkehrte, ohne eine einzige der ihm anvertrauten Commiſſionen ausgerichtet zu haben. Er ſchämte ſich unbarmherzig über ſeine Verſäumniß, konnte es aber jetzt nicht ändern.

Anfangs brummte zwar der Kellermeiſter über dieſe bei Paul ungewöhnliche Nachläßigkeit, lachte je⸗ doch um ſo herzlicher, als er nach einigen Hin⸗ und Herfragen erfuhr, daß die hübſche Schenkmamſell an der ganzen Vergeßlichkeit Schuld wäre. Paul verhehlte es nicht, daß Nora ihm eine alte und theure Bekannte wäre und bat ſeinen Herrn offen um die Erlaubniß, ſie am Abende beſuchen zu dürfen, denn ſie hätten über ſo viele Dinge zu plaudern. „Nun, mein lieber Paul, das nenne ich mir rei⸗

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