Zimmers, Conditor
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Paul begriff den ſtrengen Sinn, der in dieſen Worten lag.
„Vielleicht, Norchen,“ ſagte er leicht erröthend, „hat mir dieſe neue Fagon, Dich zu kleiden, die Augen verblendet, denn es iſt gewiß und wahrhaftig, daß Du vielmal ſchöner geworden biſt, als Du warſt, und es kann nichts Böſes darin liegen, wenn ich das meine. Aber ich kann Dir auch noch ſagen, daß ich ſchon ſo viel Gutes von Dir gehört habe, ehe ich hie⸗ her kam und erfuhr, daß Du es wärſt, daß ich dachte, dieſe Mamſell bei Streling's muß ein wahres kleines Goldſtück ſein.... Nun aber mußt Du mir zu allererſt ſagen, wie Du hieher gekommen biſt— mein Kopf geht mir rundum aus bloßer Verwunderung!“
Jetzt lächelte Nora wieder froh und herzlich und ſagte, daß auch Paul zu ſeinem Vortheile gar ſehr verändert wäre, was aber die Neugierde beträfe, ſo müßte er ſich noch ein wenig in Geduld faſſen, die Sache wäre nicht ſo leicht erzählt.„Denn, ſiehſt Du, da kommen Gäſte— wir dürfen hier nicht länger allein ſtehen und plaudern!“ flüſterte ſie und zog ſich hinter den Schenktiſch zurück.
„Wann darf ich denn wiederkommen? Du kannſt wohl einſehen, theuerſte Nora, daß ich mich nicht ber⸗ gen kann, wenn ich nicht dieſen luſtigen Knäuel ent⸗ wickeln kann— kann ich nicht heute Abend zu Dir in Dein Zimmer kommen?“
„Nein,“ ſagte Nora beſtimmt,„das geht hier nicht an wie auf dem Knipps— aber paſſe am Sonn⸗ tage ein wenig vor dem Anfange des Gottesdienſtes hier in der Nähe auf, denn da gehe ich in die Dom⸗ kinhr, und da können wir Geſellſchaft haben hin und zurück!“
Mit dieſem Beſcheide, der ihn keinesweges befrie⸗ digte, mußte Paul ſich diesmal begnügen. Denn von allen Seiten begehrte man jetzt Kaffee, Liqueur und


