„Still doch, Du toller Sakarias! Nein etwas Zärtliches ſoll es ſein,“ fiel Bengt Olausſon ein: „Das kleine Lied, Ihr wißt wohl, Gevatterin, das Ihr immer ſanget, als Ihr den Holländer verführen wolltet, Euch zu küſſen! Ihr wißt wohl noch den Win⸗
ter, Gevatterin, da der Holländer hier draußen 5
Schiffbruch litt?“
„O, Du Schelm!“ lächelte die Gevatterin, die jetzt eine ſo anſehnliche Laſt eingenommen hatte, daß ſie durch die Unterſtützung der vereinten Ellenbogen ihrer beiden jüngeren Gäſte, Sakarias und Krako⸗ Petter, ſich in aufrechter Lage halten konnte:„Du kleiner Schelm, wie kannſt Du ſo ſchelmiſch ſein?“
„Nun, Gevatterin, werdet nur darum nicht roth im Geſicht!“ fuhr Olausſon fort.„Denn ſeht, ich weiß recht gut, daß der Holländer vernarrt in Euch war, daß er einen Kerl hätte todtſchlagen können, um nur einen einzigen guten Blick von Euch zu erhalten; aber ſo konntet Ihr damals auch ſingen— meiner ³ Treu, ich glaube, Ihr könnt jetzt nicht mehr ſo viel ſingen, wie ein Nußhäher.“
„Ka—ann ich nicht?“ ſtotterte die Gevatterin. „Ja, darauf kannſt Du Dich ſetzen, daß, wenn ich nicht beſſer ſinge als damals, da der Holländer hinter mir her lag, ſo ſinge ich auch keinen Ton ſchlechter... Gebt mal Acht!“
Und ſich darauf erhebend in eine vorwärts ge⸗ beugte Stellung, mit beiden Händen ſich auf den Tiſch ſtützend, begann die Alte mit gellender und zitternder Stimme:
„Gri i— imm'ges Loos zä—ä- ärtlich zu ſein! 8 „Zä—äartlichkeit! ſieh meine Thrä—aä—änen! „Grimm'ges Lo— vos—
Als aber die Gevatterin zum zweiten Male zu der gefährlichen Paſſage„ſieh meine Thränen!“ kam, ſo ließen Amundsſon und Krako⸗Petter leiſe los— und ſanft die Gevatterin mit der Stirn auf die Tiſchſcheibe.
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