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gardinen. Als ſie Paul's traurigen Blick ſah, ſo ver⸗ ſtand ſie alles, auch ohne ſeine leere Hand zu ſehen.
„Mein armer Paul!“ ſagte ſie mit einer Stimme, die da bezeugte, daß der Schmerz der Entbehrung eigent⸗ lich ihm galt.
Paul trat an das Bett, ſetzte ſich auf den daneben ſtehenden Schemel und legte den Kopf auf die Kante der Matratze.
„War es das Letzte, das wir heute Mittag hatten?“
„Dort ſtehen noch ein paar kalte Kartoffeln auf der Mauer.“
„Ich bin gar nicht hungrig.“
„Ich auch nicht, mein liebes Kind.“
Sie ſchwiegen Beide, und Paul ſaß ſtill, bis die Mutter entſchlummert war. Dann aber ſchlich er ſich an das entgegengeſetzte Ende des Zimmers und holte mit aller möglichen Bedächtigkeit ein kleines, blaues Käſtchen hervor, machte daſſelbe auf und ſtellte es vor fich auf den Tiſch.
Dieſes Käſtchen enthielt Pauls ſämmtliche Koſt⸗ barkeiten. Zuoberſt lag die Rechentafel mit einer lan⸗ gen Schnur, an welche der Haſenfuß mit dem Griffel von der eigenen Hand ſeines Vaters feſtgebunden war. Demnächſt zeigte ſich ein kleiner Spiegel, eingefaßt in einen blauen Papprahmen mit vergoldeter Kante und eingewickelt in ein buntes und vielfarbiges Seemanns⸗ halstuch, welche beide Raritäten, ſowohl der Spiegel als auch das Halstuch, Paul für einige kleine Hand⸗ reichungen von Seefahrern zum Geſchenk erhalten hatte, die bei dem Fiſcherdorfe an's Land gekommen waren. Jetzt folgten in der Ordnung drei Vorhemden, an der Bruſt von ſeiner guten Mutter ausgeſtickt, zwei ſilberne Schuhſchnallen, ehedem ſeinem Großvater von mütter⸗ licher Seite zugehörig und ein paar fremde Münzen von unbekanntem Werthe, welche Paul bei der außer⸗ ordentlichen Gelegenheit erhalten hatte, da ein großes Fahrzeug in ihrem Hafen geaukert hatte, um ſich von
Paul Wärning. 1. 2


