Teil eines Werkes 
16 (1825) Werner : ein Trauerspiel in fünf Aufzügen / von George Gordon Byron ; übersetzt von Wilhelm von Lüdemann
Entstehung
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Gethan aus Trieb erschlug ich, da ich ihn

Für meinen Feind erkannte, nicht aus Rache!

Nein, scht: er war ein Fels in unserm Weg',

Den ich durchstiefs, so wie's der Kühne thut,

Nur weil er zwischen uns und unsrer wahren

Bestimmung stand, nicht eitel und umsonst.

Als Fremder rettete ich ihn, und er

Ward mir ein Leben schuldig, das, sobald

Es mir verfallen, ich als Schuld zurück

Mir nahm!. Er, ich und Ihr, wir standen schwindelnd

An eines Abgrunds Rand, in den ich keck

Den Feind herabgestürzt! Ihr habt die Fackel!

Zuerst entzündet und den Weg gezeigt:

Jetzt zeigt mir den der Rettung, oder lafst

Mich selbst...

Siegendonf(erschöpft). Mein Leben ist dahin! Ulrichz. Nicht doch! Lafst das dahin seyn, was das Leben nur Vergiftet Vorwurf und Familienzwist, Um das, was doch nicht ungeschehn zu machen. Ich kenne keine Furcht, und habe hier In diesen Mauern Leute, die(obgleich Ihr sie nicht kennet) alles für Euch wagen. Ihr stehet hoch im Staat, und was hier vorgeht, Wird seine allzugrofse Neugier nicht Erregen. Haltet Eu'r Geheimniſs fest,