Teil eines Werkes 
Band 8, 3. Theil, 13.-18. Bändchen (1848)
Entstehung
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O, wer doch Thränen hätte!.. Ich habe keine Thränen mehr: auch ſie haben mich verlaſſen! So will ich denn verſuchen, ohne Thränen zu beten... ich will

. ich will!... Aber er war allzu verwirrt, als daß er hätte beten können. Er ſprang plötzlich auf und ſagte mit dumpfer Stimme:Nichts bleibt mir mohr, da ich auch nicht beten kann!

Er ſpannte die Piſtole.

In dieſem Augenblicke ſegelte die große Wolke in den Nebeln wiederum über das Nixenthal.

Ein oft unterbrochenes, zuerſt dumpfes, darauf ſtär⸗ keres Geräuſch erreichte die Ohren des Unglücklichen. Der Finger, welcher ſchon auf dem Zünglein ruhte, ſank zurück ein Gedanke, noch ein Gedanke, beſuchte ihn. Aber dieſer Gedanke hatte keine Verwandtſchaft mit denen, welche ſich ehemals in ſeinem Haupte bewegten... es war ein Gedanke, ein Blitz aus dem Abgrunde.

Dieſes Geräuſch er kannte es nur allzu wohl.. Leonard kam nach Hauſe, er, der zurückbleiben ſollte in der Seligkeit... der Conſtance beſitzen ſollte!... Wie

.. wenn... wenn dieſer Augenblick ihm gölte?... Wer ſollte es wiſſen? welches menſchliche Auge war ein Zeuge dieſes Augenblickes? Was brauchte es mehr, als daß das Pferd ſcheu würde, und morgen wäre ſie Wittwe? Sie glaubte ihn ſchon weit hinweg und er wollte auch noch in dieſer Nacht reiſen und wenn er wiederkehrte, ſo erkaufte er ſeine irdiſche Seligkeit zwar mit dem Ver⸗ luſte ſeiner ewigen Seligkeit, denn ein Brudermord ließ ſich mit nichts Geringerem verſöhnen; doch der Beſitz dieſes Weibes wäre nicht zu theuer bezahlt mit einer Ewigkeit voller Qualen.

Die nachtſchwarzen Gedanken beſtürmten ihn mit fürchterlichem Verlangen: das Blut brannte immer wilder und immer näher und näher rollte das Geräuſch den An⸗ höhen zu. In der Krümmung des Weges, wo er in dem Schutze einiger dunkler Bäume ſtand, war das Geländer