des Himmels, weinte die Natur, und die Erde ſtand in Finſterniß, und die Winde klagten, und der Mond zog ſich hinter die Wolke— nur die bleichen Sterne hatten gelobt, die Wache mit ihm auszuhalten... die kurze Wache, welche bald ein Ende nehmen ſollte.
„Ich habe keine Gedanken mehr: ſie ſind alle dahin — ich kann keinen einzigen mehr finden... keinen ein⸗ zigen Gedanken— und doch hatte ich ihrer ſo viele, daß ich nicht wußte, was ich aus ihnen allen machen ſollte!... Grave hat ſie ſämmtlich begraben. Und das iſt wohl auch das beſte— wozu ſollte ich ſie mit mir nehmen? Sie haben mich im Leben ſo ſehr beunruhigt: ſie haben alle dieſe Verwirrungen geſchaffen, die mein Gehirn verbrann⸗ ten So lebt denn wohl, ihr unglücklichen Geſell⸗ ſchafter... wir ſind geſchieden!“
Der Bedauernswürdige fuhr mit der Hand über die Stirn.„Ach, was iſt das 2... Ein Regentropfen? Dank, mein Vater, Dank!... o, das war ſchoͤn!... Ich werde ſo arm— es iſt mir ſo öde und leer in mei⸗ nem Herzen.. ſollten auch die Gefühle entflohen ſein?... Ja, auch ſie ſind entflohen: ſie waren allzu warm, um ſich in ſolcher Nähe des kalten Todes wohl zu befinden! Ich habe keine Gefühle mehr!. So lebt auch Ihr wohl!— was ſollte ich mit Euch auf meiner Wanderung? Ich brauche nichts, nein, gar nichts!... Und dennoch iſt es mir, als bedürfte ich etwas— was kann das ſein 2... Ein Gebet... Ja, ein Gebet... dazu bedarf es weder eines Gedankens noch eines Gefühles, ſondern nur eines Seufzers, eines großen, tiefen, unermeßlichen Seufzers zu Ihm, den ich einſt meinen Meiſter nannte.. Doch darf ich es auch wagen, nachdem ich gefragt habe: Iſt es eine Anleihe oder iſt es ein Geſchenk?... Ja, ich kann nicht von hinnen gehen ohne ein Gebet— nicht für mich, aber ein Gebet für... für... wage ich ihren Namen auszu⸗ ſprechen?... für meine Mutter!“
Er ſank auf ſeine Knie.


