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fallen von ſeinem Meiſter; darum öffnete ſich heute die Wolke, und ein Stern ſiel vom Himmel herab auf die Erde... ich wußte wohl, was das bedeutete, und wem der Schlüſſel zum Brunnen des Abgrunds gegeben ward!.. Ach, dieſes Leben, dieſes bittere Elend!.... Doch biſt Du mein; Deine Seele gehört mir!“ Und er zog ſie immer feſter an ſich, während ſeine Lippen, ihre Augen, ihre Sinne verſiegelten.
Doch Conſtance hatte ſich nicht vergebens unter den Schutz des göttlichen Schildes geſtellt; nur einige Secun⸗ den gelang es ihm, ſie in den ſündigen Rauſch der Lei⸗ denſchaft zu verſenken. Sie erwachte heftig— das Ge⸗ lubde, welches ſie der Frau Hedwig, dieſer edlen Mutter gegeben hatte, die ihre ganze Zuverſicht auf ihre Stärke ſetzte, erweckte ſie zum Bewußtſein, zum vollen, klaren Bewußtſein der Gefahr.
„Hoͤre!“ rief ſie mit begeiſtertem Tone aus und ihr Blick leuchtete von himmliſcher Freude,„höre die Stimme Deiner Mutter! Hoͤre, ſie ruft uns, ſie erinnert mich, daß ich in ihre Hand das Gelübde niederlegte, ihrer wür⸗ dig zu werden, daß ich ſagte, in dem Augenblicke, da ich dieſes Gelubdes vergeſſe, hat Gott meiner ſchon vergeſſen! ... O, geſegnet ſei ſie!... ich vergaß meines Ge⸗ lübdes nicht!“ Und Conſtance ſtreckte die Arme zum Him⸗ mel empor.
Bei dem mächtigen Worte„Mutter“ riß ſich Juſus
aus der wilden Bezauberung: ſeine Arme ſanken wie ge⸗ lähmt hinab— und ehe Conſtance ihre brennende Andacht vollendet hatte, war er hinweg.
. In wenigen Sprüngen war er in dem Zimmer, wel⸗ ches für ihn immer bereit ſtand und wo er bei ſeiner An⸗ kunft die Piſtolen hingelegt hatte. Jetzt holte er dieſelben und eilte darauf mit eilfertigen Schritten auf dem Wege dahin nach der Seite, wo die Gebirgsgegend an Hoͤhen und jähen Abgründen am reichſten war.
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