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mehr auf der ſchwarzen Erde die Siegesfahne auſpflanzen, wie Du ſo oft geſagt haſt?“
Juſtus ſtand ſtumm mit über die Bruſt gekreuzten Armen vor Evelyn, welche mit ihrer ruhigen, engelgleichen Schönheit allen ſeinen Gefühlen Hohn zu ſprechen ſchien.
Plötzlich aber, ergriffen von dem ſchwindelnden Ge⸗ danken:„wenn Du von ihr Jehſt, wenn Du ohne Hoff⸗ nung von ihr gehſt, ſo trittſt Du in die Ewigkeit ein!“ ſank er zu ihren Füßen.
„Evelyn! Du darfſt, nein, Du darfſt Dich nicht von mir ſcheiden! Siehe, meine Seele fleht Dich um Erbar⸗ men: ich ſtehe an einer Gränze, wo es nur zwei Wege gibt... ſchenke mir das Leben— ſchenke mir das Gelübde Deiner Liebe!“
Evelyn wurde ſo weiß, wie das weiße Trauertuch auf ihrer Schulter.„Ich kann nicht,“ ſtammelte ſie— „Max hat mein Gelübde!“
„O! hat er, dem ich das höchſte Lebensglück berei⸗ tete, ſeinen Tod benützt, um es mir auf ewig zu ver⸗ ſchließen?“
„O, ich bitte Dich, denke nichts Böſes von Max! Ich war diejenige, welche ihm das Gelübde brachte!— Du hatteſt mir ja ſelbſt geſagt, daß eine Andere... von dem Augenblicke an... Doch Deine Blicke tödten mich! Mein Bruder, mein Leben, meine Seele! gibt es denn aauf Erden gar nichts mehr, das Dich befriedigen kann?“
„Nein, nichts mehr, außer Dir nicht!. Ich habe es Dir geſagt: Du biſt das letzte Band zwiſchen mir und dem Leben— Du biſt mein guter Engell... Willſt Du mich retten? Ich frage Dich jetzt zum letzten Male .... Doch bedenke Dich wohl, beſinne Dich genau, ehe Du antworteſt!“
Evelyn ſaß da wie eine Leiche; ihr Blick war wie feſtgewachſen ihm, der zu ihren Füßen lag und ſeine


