Teil eines Werkes 
Band 8, 3. Theil, 13.-18. Bändchen (1848)
Entstehung
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Ich meine die Liebe, welche mich mit ihm ver⸗ einigte!

Das iſt eine bloße Phantaſie, geliebte Evelyn! die⸗ ſes Gefühl war allzu ruhig, um Liebe zu ſein. Du ent⸗ ſinnſt Dich ja ſelbſt... Doch daran kann ich Dich nicht erinnern.

Ich weiß, was Du meineſt Du denkſt an meine Erinnerungen! Ach, nach dieſen kamen noch heiligere Erinnerungen! Doch vor denſelben gab es eine Wirklich⸗ keit, eine liebliche, ſelige Wirklichkeit: vierzehn Tage ſte waren die letzten, die Max auf Erden lebte...... da.

Da? ſtöhnte Juſtus.

. Da fand ich etwas noch Schoͤneres als meine Toͤne: ich fand den Himmel!

Den Himmel in ſeinen Armen! Juſtus ſtand auf; er fuhr mit der Hand über die Augen, um eine ge⸗ waltſam hervorbrechende Thräne zu zerdrücken. Hatte er nicht das alles ſelbſt bewirkt? erndtete er nicht jetzt die Frucht ſeiner eigenen Arbeit? Hatte er nicht ſelbſt dieſes Herz erſt geweckt und dann verſtoßen, dieſes Herz, welches ihn in ein ruhiges, angenehmes Leben voller Freuden ein⸗ geweiht haben würde, wenn er daſſelbe angenommen hätte, da es ihm angeboten wurde? Jetzt, da er es begehrte, da er ſich eingebildet hatte, daß er nicht mehr als nur ſeine Hand darnach auszuſtrecken brauchte, war es weg, war es bei ihm, der ihm Grabe ruhte!

Wie arm erſchien er ſich ſelbſt in dieſem Augenblicke!

Noch wollte er aber nicht verzweifeln... ſie hatte ihn ja noch nicht ausgeſchlagen.

Evelyn! er ſetzte ſich wieder neben ſiewillſt Du mir eine Frage ganz offen beantworten?

Ja, ſo offen, als wenn Gott die Antwort forderte!

Bin ich Dir nicht noch immer das Liebſte von Al⸗ lem, was Dir im Leben übrig iſt?