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Prüfung angeſtellt, und eben heute habe ich mich feſt zu
der Bewerbung eniſchloſſen; hiezu hat Conſtance mir ge⸗ rathen. Ich ſchwoͤre Dir bei meinem prieſterlichen Amte, ja bei der Liebe unſrer Mutter, daß Conſtance eben ſo rein iſt, wie das Licht der Sonne: meine Lippen haben erſt heute, da der entſcheidende Schritt beſchloſſen wurde, die ihrigen berührt. Und nun frage ich Dich: glaubſt Du mir? Glaubſt Du, daß es mir möglich ſein kann, Dein Glück zu morden?“
Leonard war ſtumm. Er glaubte Juſtus— ja er hätte auf die Wahrheit jedes Wortes ſchwören wollen; und dennoch war und blieb immer noch eine ewige, un⸗ ſägliche Bitterkeit in dieſer Wahrheit, in dieſer Gewiß⸗ heit: ihr Herz gehoͤrt nicht mir!
„Hätteſt Du es lieber geſehen, wenn ich Dich be⸗ trogen hätte?“ Ein Hauch von kalter Unzufriedenheit eilte über die vor einem Augenblicke noch ſo warmen Züge.
„Nein, Gott ſegne Dich dafür, daß Du die Wahr⸗ heit redeteſt!... Doch Du kommſt ja nicht ins Nixen⸗ thal, ehe Du um Evelyns Hand anhältſt?... willſt Du das nicht?“
„Ganz wie Du willſt: das Leben iſt todt für mich! Haſt Du zu klagen? Weißt Du oder weißt Du nicht, ob ich entbehren kann? Wenn Du mir die Kleinigkeit nicht gönnſt, ſie während der acht Tage, die ich zu meiner letzten Prüfung oder richtiger zu meiner Vorbereitung auf die neuen Pflichten beſtimmt habe, bisweilen zu ſehen, ſo behalte dieſe Kleinigkeit— ich werde nicht kommen!“
„Doch ſie— ſie..“
„Welche von ihnen?“
„O.. beide!“
„Evelyn muß glauben, daß ich mich nicht wohl be⸗ finde; Conſtancen aber magſt Du alles ſagen: ich bin überzeugt, daß dieſe Anordnung ihr am beſten gefällt— ſie iſt ein Weib, der keine Wahrheit ſo bitter iſt, daß ſie dieſelbe nicht tragen kann.. Nun aber reiche mir Deine
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