Teil eines Werkes 
Band 8, 3. Theil, 13.-18. Bändchen (1848)
Entstehung
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An dieſem Abende, als Leonard von der Auktion zu⸗ rückkehrte, zeigte er eine Laune, wie Conſtance ſie noch nie geſehen hatte.

Er war ſo niedergeſchlagen und ſo ernſt, daß er nicht zwei Worte ſagte; bisweilen aber erhob er ſeinen Blick zu Juſtus, der in der Ecke des Sofas ſaß und mit Eve⸗ lyn redete; und in dieſem Blicke lag etwas, das Con⸗ ſtance's Gewiſſen auf eine Weiſe deutete, daß jeder Bluts⸗ tropfen in ihren Adern erſtarren wollte.

Der Ausdruck in Leonard's Auge war nicht Wuth, ſondern eine zaudernde, tödtende Ungewißheit, eine ſpä⸗ hende Qual, und wenn dann das Auge von Juſtus ab⸗ ließ und Conſtance ſuchte, ſo lag darin eine Betrübniß, die weit beredter war, als tauſend Vorwürfe.

Juſtus nahm früh Abſchied.

Ich will Dich ein Stück Weges begleiten! ſagte Leonard.

Bleibe nicht lange aus! bat Conſtance. Ihre Bruſt war beklommen, und ſogar in ihrem Tone ſprach ſich die geheime Unruhe aus.

Leonard betrachtete ſie mit unausſprechlicher Weh⸗ muth.Soll ich bald zurückkommen? Und in ſeiner Stiunme lag ein bittrer Wunſch, mit ſich ſelbſt ſpielen zu

öͤnnen. IJetzt erſt merkte Juſtus, daß es mit Leonard nicht

ganz richtig war, und ſuchte durch einen Einwand ſeine

Geſellſchaft auf dem Wege abzubeugen; Leonard aber war eigenſinnig und wollte unbedingt mitgehen.

Und ſie gingen.

Laß uns an die Ruhe denken, ſagte Conſtance, Eiine Nacht am Bullarſee. U. 28