Teil eines Werkes 
Band 8, 3. Theil, 13.-18. Bändchen (1848)
Entstehung
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Sie merkt, wie ihr Handel Frommen bringt; ihre Leuchte verlöſchet des Nachts nicht.

Sie ſtreckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger faſſen die Spindel.

Sie breitet ihre Hände aus zu den Armen, und reichet ihre Hände dem Dürftigen.

Sie thut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge iſt holdſelige Lehre.

Sie fürchtet ihres Hauſes nicht vor dem Schnee, denn ihr ganzes Haus hat zwiefache Kleider.

Ihr Schmuck iſt, daß ſie reinlich und fleißig iſt; und.... wird hernach lachen.

Und wird hernach lachen! Dieſe Schlußſtrophe wiederholte ſie zweimal mit einer Stimme, welche feſt und glaubwürdig ſein wollte, aber in ihrem Tone eher etwas tief Betrübtes hatte, denn dieſer drückte wenig Glauben aus. Vielleicht fühlte ſie dieſes ſelbſt, denn mit einer Art von verzweifelter Bemühung fuhr ſie ganz leiſe fort: Seid ſittig, keuſch, häuslich, gütig, euren Männern un⸗ terthan, auf daß nicht das Wort Gottes verläſtert werde!.

Armes, verirrtes junges Weib! ſtrenge Dich an ſo viel Du willſt, wiederhole immerhin Deine Bibelſpruͤche; dennoch kommt nicht dieſes heilige Gefühl, nach welchem Du Dich dunkel ſehnſt, das warme, ſanfte, himmliſch reine Gefühl, welches Dir ſagt, wie Du den Weg zu dem häuslichen Glücke finden, wie du daſſelbe deinem Gatten bereiten ſollſt, der doch ſo herzlich verdient, daß Du Dich deſſen befleißigeſt! Es kommt nicht, dieſes Gefühl, ſo ſehr Du auch ſuchſt und ſpähſt und obgleich Du ſeinen Grundton rund um Dich her finden könnteſt, weil dieſes Gefühl, welches die Natur ſelbſt iſt, für Dich ſchon todt, ſchon verloren iſt: Du kannſt nicht mehr natürlich wer⸗ den, denn Du biſt verkünſtelt, verkünſtelt an Seele, an Herz und Gemüth!... Arme Conſtance! Wird ſich eine freundliche und kraftvolle Hand zu Deiner Rettung aus⸗ ſtrecken? Und wenn ſie ſich ausſtreckt wirſt Du den