Teil eines Werkes 
Band 8, 3. Theil, 13.-18. Bändchen (1848)
Entstehung
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doppelt erhöht wurde durch ihre Strenge gegen ſich ſelbſt und ihre immer abgewogene Gerechtigkeit gegen Andere.

. Conſtance, welche längſt ihre Morgenandacht verrich⸗ tet hatte, kam eben nach einem Beſuche in der Milchkam⸗ mer über den grünen Hofplatz zurück; ſie winkte dem Dienſtmädchen mit der zum Frühſtücke beſtimmten geron⸗ nenen Milch voranzugehen, und ſtand ſtill, um ihre Blicke auf die phantaſtiſch ſchöne Landſchaft zu werfen. Nachdem ſie ſich einige Augenblicke daran geweidet hatte, ging ſie ein wenig weiter hinab an den See, der den Fuß der Anhöhe wäſſerte, worauf das Haus lag.

Sie fühlte, daß dieſer von der Welt ſo abgeſonderte, ſo arme und dabei doch ſo reiche Winkel heilige Gedanken erzeugen mußte, nicht allein ſolche, die ſich ewig um Gott und um den wendeten, der in ihrer Seele und in ihrer Erinnerung ſtets mit dem hoͤchſten Weſen verſchmolz, ſondern auch ſolche heilige Gedanken, welche die Erfüllung unſerer Pflichten betreffen und zwar ſowohl dem Worte als auch dem Geiſte nach.

Sie ſetzte ſich auf eine von den Raſenbänken, welche Leonard hie und da zu ihrem Vergnügen an dem mit Laub⸗ und Nadelgehöͤlz bekränzten Ufer angelegt hatte, und

ſagte leiſe einige Bibelſprüche her, die ganz deutlich ihren Ehekatechismus enthielten, deren Abſicht aber zu erkennen

gab, daß ihre eigene Seelenbeſtimmung noch nicht ganz von dem Worte auf den Geiſt übergegangen war. Ihr Ehekatechismus lautete folgender Maßen: Sie geht mit Wolle und Flachs um und arbeitet gern mit ihren Händen.

Sie iſt wie ein Kaufmannsſchiff, das ſeine Nahrung von ferne bringt.

Sie ſteht des Nachts auf, und gibt Futter ihrem Hauſe und Eſſen ihren Dirnen.

Sie denkt nach einem Acker und kauft ihn; und pflanzet einen Weinberg von den Früchten ſeiner Hände.

Sie gürtet ihre Lenden feſt und ſtärket ihre Arme.

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